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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Langzeit-Ergebnisse nach Re-Operationen bei endokrinen Pankreastumoren

Meeting Abstract

  • corresponding author P. Langer - Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Klinikum der Philipps-Universität Marburg
  • V. Fendrich - Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Klinikum der Philipps-Universität Marburg
  • I. Celik - Institut für Theoretische Chirurgie, Klinikum der Philipps-Universität Marburg
  • A. Zielke - Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Klinikum der Philipps-Universität Marburg
  • D.K. Bartsch - Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Klinikum der Philipps-Universität Marburg
  • M. Rothmund - Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefässchirurgie, Klinikum der Philipps-Universität Marburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5422

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch030.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Langer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Pankreatiko-duodenale endokrine Tumore (PETs) bedrohen das Leben der Patienten durch unkontrollierte Hormonproduktion und/ oder durch maligne Entartung. Die chirurgische Resektion ist die einzige Heilungschance. Re-Eingriffe sind indiziert bei Persistenz, Rezidiv oder lokalisierten Metastasen mit Aussicht auf R0-Resektion. Während einige Autoren ein konservatives Vorgehen favorisieren, halten wir ein aggressives Vorgehen für gerechtfertigt.

Material und Methoden: 125 zwischen 1987 and 2004 an unserer Klinik wegen PETs operierte Patienten wurden retrospektiv analysiert. Die Diagnosen Gastrinom, Insulinom, VIPom und nicht-funktioneller PET wurden anhand klinischer Symptome, biochemischer Tests und der histopathologischen Diagnose etabliert. Alle Patienten mit mindestens einer Re-Operation wurden hinsichtlich klinischer Charakteristik, Pathologie, operativer Verfahren und Langzeit-Ergebnis untersucht.

Ergebnisse: 33 Patienten (15 Männer, 18 Frauen) mit einem mittleren Alter von 42 Jahren wurden identifiziert. 13 Patienten hatten Gastrinome, 12 Patienten hatten nicht-funktionelle neuroendokrine Karzinome, 6 Patienten litten an Insulinomen und 2 Patienten hatten VIPome. 24 Patienten hatten sporadische PETs, während bei 9 Patienten ein MEN-1-Syndrom vorlag. Bei 27 Patienten lagen maligne Tumore vor. Es erfolgten insgesamt 83 Operationen, unter denen 50 Re-Eingriffe waren. Bis zu 5 Operationen erfolgten bei einem Patienten. Unter den Erstoperationen waren 15 Pankreaslinksresektionen, 4 Whipple'sche Operationen und 3 Enukleationen. Unter den Re-Operationen waren 28 Resektionen von Fernmetastasen, darunter 11 Leber-Segmentresektionen, 4 Hemihepatektomien, 3 Adrenalektomien und eine Nephrektomie. 19 Pankreasresektionen erfolgten als Re-Eingriffe. Die Gesamtmorbidität betrug 45%, die Gesamtmortalität 4,8%. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 124 Monaten (range 16-384) leben 27 von 33 Patienten, davon 12 tumorfrei. Sechs Patienten sind verstorben. Alle Patienten mit benignen Tumoren leben und die 5-, 10- und 25-Jahres-Überlebensrate beträgt 81%, 72% und 36%. Die Überlebensrate war signifikant abhängig vom Alter bei Diagnosestellung (<50 Jahre vs. >50 Jahre, p=0.0007) und der Entwicklung von Metastasen im Verlauf (keine oder Lymphknoten-Metastasen vs. Fernmetastasen; p= 0.01).

Schlussfolgerung: Eine aggressive chirurgische Strategie führt zu guten Langzeit-Überlebensraten bei Patienten mit PETs. Langzeit-Heilung kann nicht bei allen Patienten erreicht werden, allerdings Langzeit-Palliation.