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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Venöse Portsysteme - Infektproblematik und -prophylaxe

Meeting Abstract

  • corresponding author T. Traska - Chirurgische Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • W. Berg - Chirurgische Universitätsklinik am Marienhospital Herne
  • G. Hartung - Chirurgische Universitätsklinik am Marienhospital Herne
  • A. Wunsch - Chirurgische Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • R. Viebahn - Chirurgische Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • L. Claeys - Chirurgische Universitätsklinik am Marienhospital Herne

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4520

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch007.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Traska et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Insbesondere bei der Betreuung eines onkologisch geprägten Krankengutes leisten venöse Portsysteme wertvolle Dienste, um eine sichere Applikation zytostatischer Pharmaka sowie bei problematischen Venenverhältnissen die Durchführung einer Infusionstherapie zu gewährleisten. Einen relevanten problematischen Aspekt dieses etablierten Verfahrens stellen infektvermittelte Prozesse nach der Implantation solcher Systeme dar, deren Analyse Ziel der hier vorgestellten Studie ist.

Material und Methoden: In unserer Klinik wurden ab 2001 über 40 Portsysteme typischerweise unter der Vorstellung eines Infektes explantiert.Dieser Gruppe steht eine Zahl von knapp 200 Portimplantationen pro Jahr gegenüber. Der ganz überwiegende Teil dieser Patienten benötigte das Portsystem zur onkologischen Therapie, andere Indikationen wie Kurzdarmsyndrom, p AVK etc. bildeten die Ausnahme.Im Rahmen dieser Untersuchung wurde eine Aufarbeitung des betroffenen Patienten- kollektivs realisiert. Diese berücksichtigte neben deskriptiven Faktoren wie Alter, Geschlecht, Grunderkrankung, Komorbidität usw. die relevanten Kenndaten zur Interpretation des Infektgeschehens: Keimspektrum, Liegezeit des Implantates,Versorgung/ Beschickung des Systems.

Ergebnisse: Es zeigt sich, daß die Mehrzahl der nachweisbaren Infektereignisse keine enge zeitliche Assoziation zur operativen Anlage des Ports aufweist. In aller Regel scheint eine sekundäre Infektion des Systems, weniger jedoch der Weichteile im Zuge der regelmäßigen Beschickung beim klinischen Gebrauch vorzuliegen.

Schlussfolgerung: Die teils erhebliche Komorbidität spielt neben der durch Grunderkrankung und Therapiebedingten Immunsuppression sicher eine wichtige Rolle bei der Wertung dieser Ergebnisse.Auf der Grundlage der Kausalitätsanalyse läßt sich jedoch insbesondere die Notwendigkeit einer weiteren Sensibilisierung des ärztlichen und pflegerischen Personals postulieren, das mit der längerfristigen Weiterbetreuung und Versorgung der mit einem Portsystem versehenenPatienten betraut ist.Auf diese Weise sollte sich zumindest eine Reduktion der (Spät-) Infektionsrate erreichen und eine zusätzliche Gefährdung des in der Regel ohnehin schwer belasteten Patienten vermeiden lassen.