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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Sexualfunktion nach Rektumresektion: der Einfluss von Operationsverfahren und Geschlecht auf die postoperative Lebensqualität

Meeting Abstract

  • corresponding author C.vE. Schmidt - Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
  • B. Bestmann - Referenzzentrum Lebensqualität, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
  • T. Küchler - Referenzzentrum Lebensqualität, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
  • W. E. Longo - Department of Surgery, Section of Coloproctology, Yale School of Medicine, New Haven, USA
  • B. Kremer - Klinik für Allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2516

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch722.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Schmidt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Bisher haben nur wenige Studien den Einfluss der Rektumchirurgie beim Karzinom auf die Sexualfunktion der Patienten untersucht. Selten wurden dabei Aspekte der Lebensqualität (LQ), Geschlechtsunterschiede oder die Art des Operationsverfahrens genauer analysiert. Ziel der Studie war es daher diese Einflussgrößen zu spezifizieren.

Material und Methoden

Über einen Zeitraum von fünf Jahren wurden der EORTC-QLQ-C-30 und ein tumorspezifisches Modul für Patienten mit Rektumkarzinomen vor der Operation, bei Entlassung und nach drei, sechs 12 sowie 24 Monaten postoperativ ausgeteilt. Verglichen wurden Patienten nach abdominoperinealer Rektumresektion, (APR), anteriorer Rektumresektion (AR) mit und ohne Pouch und Patienten, die eine Sigmaresektion erhalten hatten. Darüber hinaus wurden die Effekte des Operationsverfahrens bei Männern und Frauen untersucht.

Ergebnisse

Achthundetneunzehn Patienten nahmen an der Studie teil. Vierhundertzwölf/819 waren männlichen, 407/819 waren weiblichen Geschlechts. Daten zur LQ waren für insgesamt 495 Patienten zu mindestens einem Erhebungszeitpunkt vorhanden. Die untersuchten Gruppen waren hinsichtlich der durchgeführten adjuvanten Therapien, Tumorstadien und Histologien vergleichbar. Patienten nach APR und AR mit Pouch wiesen die stärksten Einschränkungen der Sexualfunktion auf. Männer berichteten über signifikant mehr Schwierigkeiten mit der Sexualfunktion, wobei die Einschränkungen der Sexualität über den Untersuchungszeitraum psychische Probleme verursachten, die signifikant über den Werten von Frauen lagen. Diese Probleme waren auch zwei Jahre nach der Operation noch nachzuweisen.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse zeigen, dass die Lebensqualität nach Rektumresektion sich postoperativ ändert und Faktoren, wie die Art des Operationsverfahrens oder das Geschlecht einen signifikanten Einfluss ausüben. Dabei sind Teilaspekte der Lebensqualität, wie Sexualität, insbesondere bei Patienten nach APR und AR mit Pouch stärker eingeschränkt als nach AR oder Sigmaresektion. Diese Einschränkungen verursachen signifikant mehr psychischen Stress bei Männern als bei Frauen.