gms | German Medical Science

122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

FK778 verzögert den Gewichtsverlust und verlängert das Überleben im Rattenmodell einer Graft-versus-Host Erkrankung

Meeting Abstract

  • corresponding author K. Guehne - Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Deutschland
  • K. Broetzmann - Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Deutschland
  • F. Faendrich - Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Deutschland
  • B.G. Exner - Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Kiel, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3458

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch686.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Guehne et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung

FK778 (= MNA 715, =Malononitrilamid, = Leflunamid) ist ein neues niedermolekulares Immunsuppressivum, welches die Funktion von T- und B- Zellen ebenso wie deren Proliferation hemmt. Es unterdrückt die Antikörperproduktion und hemmt die Zelladhäsion mononuklearer Zellen. Zusätzlich hemmt FK778 die Replikation des Cytomegalievirus. Diese virale Infektion ist eine bedeutende Komplikation bei immunsupprimierten Patienten, insbesondere bei Knochenmarktransplantation und akuter Graft-versus-Host Erkrankung (GvHD). In unserem Modell haben wir den möglichen Einsatz von FK778 in der Behandlung der GvHD anhand eines allogenen Rattenmodells der Knochenmarktransplantation untersucht. Als Hauptmerkmal des klinischen Verlaufes dienten unter anderem das Gewicht und die Überlebenszeit.

Material und Methoden

Männliche 200-300g schwere Lewis Ratten (LEW) wurden an den Tagen -2 und -1 mit 90 mg/kg Körpergewicht Cyclophosphamid i.p. und an Tag -1 mit 35 mg/kg KG Busulfan p.o. behandelt. An Tag 0 wurden 2 x 108 Knochenmarkzellen und 1x108 Milzellen in 2 ml Medium intravenös verabreicht. Knochenmark- und Milzzellen stammten entweder von allogenen männlichen Dark Agouti (DA) Ratten oder syngenen LEW Spendertieren. Es wurden drei Gruppen transplantiert: (A) syngene Kontrolle (LEW auf LEW) mit 10 mg/kg Körpergewicht FK778 p.o. von Tag 0-20, (B) allogene Kontrolle (DA auf LEW) ohne weitere Behandlung und (C) die allogene Untersuchungsgruppe (DA auf LEW) mit 10 mg/kg Körpergewicht FK 778 p.o. von Tag 0-20.

Ergebnisse

Alle Tiere der syngenen, mit FK778 behandelten Gruppe (n=4) überlebten unbegrenzt ohne Anzeichen von Nebenwirkungen der Behandlung mit FK778. Die allogene unbehandelte Kontrollgruppe (n=11) wies eine mittlere Überlebenszeit von 14 Tagen auf. Die mittlere Überlebenszeit in der allogenen Gruppe, die mit FK778 behandelt wurde (n=12) war mit 20 Tagen deutlich verlängert (p<0.003). Alle Tiere verloren initial an Gewicht. Die Tiere der syngenen Kontrollgruppe nahmen ab Tag +7 wieder an Gewicht zu. Die Tiere beider allogenen Gruppen verloren auch nach Tag +7 weiter an Gewicht. Der Gewichtsverlust war jedoch in der FK778 behandelten Gruppe gegenüber der allogenen Kontrollgruppe deutlich verzögert. 14 Tage nach Knochenmarktransplantation betrug das Körpergewicht der Tiere in der syngene Kontrollgruppe 98% ± 1% des Ausgangsgewichtes, während die überlebenden Tiere der unbehandelten allogenen Gruppe nur noch 60% ± 1% des Ausgangsgewichtes aufwiesen. Der Gewichtsverlust in der allogenen mit FK778 behandelten Gruppe war dagegen auf 79% ± 2% des Ausgangsgewichtes reduziert (p<0.001).

Schlussfolgerung

In unserem GvHD-Modell konnte eine Verzögerung des Gewichtsverlustes, sowie eine Verlängerung der Überlebenszeit durch eine Behandlung mit FK778 gezeigt werden. Dieser therapeutische Vorteil zusammen mit der bereits in der Literatur beschriebenen Verminderung der Replikation des Cytomegalievirus, lassen den Einsatz von FK778 in der Therapie der GvHD sinnvoll erscheinen.