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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Strahlentherapie nach brusterhaltender chirurgischer Therapie beim Mammakarzinom mit niedrigem Lokal-Rezidiv-Risiko (Studie GBSG-5)

Meeting Abstract

  • corresponding author K.-J. Winzer - Brustzentrum der Charité-Universitätsmedizin Berlin Campus Mitte
  • R. Sauer - Klinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikum Erlangen
  • W. Sauerbrei - Institut für Medizinische Biometrie und Statistik des Universitätsklinikum Freiburg
  • H. Guski - Institut für Pathologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin Campus Mitte
  • M. Schumacher - Institut für Medizinische Biometrie und Statistik des Universitätsklinikum Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3523

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch669.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Winzer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Das Konzept der brusterhaltenden Therapie beim Mammakarzinom schließt die adjuvante Strahlentherapie mit ein. Nach operativer brusterhaltender Therapie wird die In-Brust-Rezidivrate (Definition des lokoregionären Rezidivs beim Mammakarzinom = In-Brust-Rezidiv plus Rezidiv der regionären Lymphabflußwege) durch die Strahlentherapie vermindert, aber nicht völlig verhindert. Etwa 65 % der nicht bestrahlten Patientinnen erleiden kein In-Brust-Rezidiv, wobei im Bestrahlungsfeld nicht die Lymphabflußwege miterfaßt werden. Analysen der BMFT-Studien ergaben für bestimmte Untergruppen ein geringeres Risiko für ein Lokalrezidiv. Dieses galt es zu Überprüfen.

Material und Methoden

In einer multizentrisch prospektiv randomisierten Studie sollte der Einfluß der adjuvanten Strahlentherapie als auch der Tamoxifentherapie nach brusterhaltender Operation bei Patientinnen mit niedrigem Rezidivrisiko geprüft werden. Die Einschlußkriterien waren: pT1 pN0 M0 G1-2 R0 L0, ER+ oder PR+, keine EIC, 45 bis 75 Jahre alt. 1991 bis 1998 wurden 361 Patientinnen in vier Gruppen (ohne adjuvante Therapie / Strahlentherapie / Tamoxifen / Strahlentherapie und Tamoxifen) randomisiert, wovon 347 in die Analyse eingingen.

Ergebnisse

Die Studie war nur möglich durch die Mitarbeit in einer schon existierenden Studiengruppe (German Breast Cancer Study Group) von Chirurgen, Gynäkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Biostatistikern, wobei die beteiligten Institutionen in der Autorenschaft nicht vollständig erfaßt sind und die Autoren daher für die Gruppe sprechen. Die Ergebnisrate in der Beobachtungsgruppe war um den Faktor drei höher als in den drei anderen Gruppen (vor allem Lokalrezidive). Zwischen den drei Gruppen mit einer adjuvanten Therapie bestand kein Unterschied. Bezüglich des Kriteriums Distant Disease Free Survival bestand kein Unterschied zwischen allen Grupppen.

Schlussfolgerung

Auch bei Patientinnen mit einem geringen Lokalrezidivrisiko ist der gleichzeitige Verzicht auf die Strahlentherapie und die Tamoxifengabe nicht gerechtfertigt. Wegen des noch kurzen Follow-Up ist bei der vorliegenden Patientenzahl die Aussagekraft der Ergebnisse hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen eingeschränkt. Eine Subgruppenanalyse von Studien ist im Prinzip unzulässsig und muß durch eine erneute prospektiv randomisierte Studie überprüft werden.