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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Koinzidenz von zufällig entdeckten Schilddrüsen-Karzinomen und primärem Hyperparathyreoidismus (pHPT)

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Wolf - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. W.T. Knoefel), Universitätsklinikum Düsseldorf
  • K. Cupisti - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. W.T. Knoefel), Universitätsklinikum Düsseldorf
  • M. Krausch - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. W.T. Knoefel), Universitätsklinikum Düsseldorf
  • H.D. Röher - Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie (Univ.-Prof. (em) Dr. med. H.-D. Röher), Universitätsklinikum Düsseldorf
  • W.T. Knoefel - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. W.T. Knoefel), Universitätsklinikum Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3272

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch665.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Wolf et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Eine erhöhte Inzidenz von Schilddrüsenerkrankungen konnte bei Patienten mit primärem Hyperparathyreoidismus (pHPT) trotz einer Reihe von Untersuchungen bislang nicht überzeugend nachgewiesen werden. In einer von Fedorak et al. 1994 publizierten kontrollierten Studie zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Prävalenz benigner Schilddrüsenerkrankungen. Dennoch wird von zahlreichen Autoren die Notwendigkeit einer präoperativen Schilddrüsendiagnostik vor Nebenschilddrüseneingriff, betont. Für nicht-medulläre Schilddrüsenkarzinome ergab sich eine erhöhte Inzidenz bei den pHPT-Patienten (P<0,02). Am eigenen Krankengut von Patienten mit pHPT soll die Häufigkeit co-inzidenter Schilddrüsenmalignome in einem Jod-Mangelgebiet untersucht werden.

Material und Methoden

Zwischen 4/86 und 09/03 wurden an der Chirurgischen Klinik der HHU-Düsseldorf 1297 Patienten wegen eines primären Hyperparathyreoidismus operiert. Bei 516 Patienten (40%) erfolgte gleichzeitig eine Schilddrüsenresektion.

Ergebnisse

Indikation zur simultanen Schilddrüsenresektion war in der Regel eine Struma nodosa. Bei insgesamt 39 Patienten (7,9%) zeigten sich im Schnellschnitt oder postoperativ maligne Veränderungen:Im einzelnen handelte es sich um 27 papilläre Schilddrüsenkarzinome (16x Mikrokarzinom pT1 nach alter TNM Klassifikation), 5 follikuläre Schilddrüsenkarzinome (2x Mikrokarzinom pT1 nach alter TNM Klassifikation), 7 C-Zell-Karzinome (6 x MEN 2A, 1 x sporadisch), 4 C-Zell-Hyperplasien (RET-negativ). Der simultane Schilddrüseneingriff führte zu keinem Anstieg der perioperativen Morbidität.

Schlussfolgerung

Sowohl der prozentuale Anteil simultaner Schilddrüsen-Eingriffe, als auch der dabei zufällig entdeckten differenzierten Karzinome deckt sich mit den Erfahrungen aus der Literatur.In Bezug auf alle Patienten die aufgrund eines pHPT operiert wurden beträgt die Inzidenz eines nicht- medullären SD- Karzinoms 2,5%Bei gleichzeitig vorliegender Struma nodosa ist bei 6,2% der Patienten mit einer Co-Inzidenz eines nicht-medullären Schilddrüsenkarzinoms zu rechnen. Die Inzidenz bei beignen Schilddrüsenerkrankungen ist im eigenen Krankengut bei 4,8%.Bei allen Nebenschilddrüsenoperationen ist daher eine präoperative Schilddrüsen-diagnostik erforderlich.