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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Möglichkeiten und Grenzen der elastisch stabilen Markraumschienung (ESIN) am Unterarmschaft im Kindesalter

Meeting Abstract

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  • corresponding author D. Mann - Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie der Philipps-Universität Marburg
  • M. Schnabel - Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie der Philipps-Universität Marburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3590

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch649.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Mann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die konservative Behandlung der Unterarmschaftfraktur im Kindesalter ist mit einer inakzeptablen Komplikationsrate von bis zu über 50% behaftet. Daher wird zunehmend großzügiger die Indikation zur operativen Versorgung gestellt. Während bis in die 90er Jahre die Plattenosteosynthese als Verfahren der Wahl galt, hat sich die elastisch stabile Markraumschienung (ESIN) als minimalinvasive Versorgungstechniken im Kindesalter durchgesetzt. Ziel unserer Untersuchung war es, Grenzen, Schwierigkeiten, Ergebnisse und Komplikationen der ESIN bei kindlichen Unterarmschaftfrakturen prospektiv zu evaluieren.

Material und Methoden

Seit 1998 wurden Kinder, die beim Vorliegen einer Unterarmschaftfraktur mittels ESIN versorgt wurden prospektiv erfasst. Intraoperative Schwierigkeiten, Komplikationen und funktionelle Ergebnisse wurden zur Modifikation der Behandlungsstrategie fortlaufend analysiert.

Ergebnisse

Seit 1998 wurden über 150 Unterarmschaftfrakturen bei Kindern operativ mittels ESIN versorgt. Bis auf zwei verzögerte Frakturheilungen heilten allen Frakturen primär stabil aus. In einem Fall war bei einem Jugendlichen eine Reosteosynthese mittels Platte erforderlich. In einem Fall verursachte eine überschießende Kallusbildung, eine Behinderung der Umwendbewegung. Als frühe Komplikationen wurden sieben oberflächliche Infekte an den Pin-Eintrittstellen beobachtet, die konservativ beherrscht werden konnten. Tiefe Infekte wurden nicht beobachtet. Bei zwei Kindern zeigte sich eine passagere Hyposensibilität (N. radialis superficialis). In zwei Fällen wurde postoperativ ein Ausfall des N. ulnaris beobachtet, der sich in beiden Fällen zurückbildete. In drei Fällen kam es zu einer Refraktur nach Metallentfernung, wobei das erneute Trauma jeweils als adäquat angesehen werden konnte. Im Follow up zeigten sich in keinem Fall relevante funktionelle Einschränkungen, Längendifferenzen oder Achsenabweichungen.

Schlussfolgerung

Die geringe Komplikationsrate und die guten bis sehr guten Resultate sprechen neben den biologischen Vorteilen für die ESIN als Standardversorgungsverfahren zur operativen Behandlung von Unterarmschaftfrakturen im Kindesalter. Die initial beobachteten lokalen Infekte an den Eintrittsstellen können durch konsequente Exzision kontusionierter Haut sicher vermieden werden. Als problematisch hat sich die Versorgung proximal liegender Radiusfrakturen bei der retrograden Versorgung erwiesen. Hier erscheint es sinnvoll antegrad zu schienen oder mittels Plattenosteosynthese zu versorgen.