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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Behandlung einer Onychogryphose (pincer nail, unguis constringens) durch Nagelbettrekonstruktion mittels Folieschienung

Meeting Abstract

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  • corresponding author B. Kisse - Klinik für Hand-, Brust und Plastische Chirurgie, Bad Segeberg
  • A. Stahlenbrecher - Klinik für Hand-, Brust und Plastische Chirurgie, Bad Segeberg
  • J. Hoch - Klinik für Hand-, Brust und Plastische Chirurgie, Bad Segeberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3739

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch643.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Kisse et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Auf dem 120. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (2004) wurde eine Behandlungsalternative zur Nagelbetttransplantation für posttraumatische Nageldystrophien vorgestellt. Im Vortrag wurde bereits der Einsatz der Methode bei der schweren Dystrophieform eines unguis constringens (pincer nail) angekündigt. Über die mittlerweile erfolgreich abgschlossene Behandlung wird jetzt berichtet.

Material und Methoden

Vorgestellt wird eine 30jährige Patientin mit einer angeborenen Diathese einer Onychogryphose an allen Zehennägeln. Vier Jahre vor Erstkontakt in unsrere Sprechstunde begann eine dermatologische Behandlung, u.a. mit Nagelextraktionen auf Grund einer zusätzlichen Nagelmykose; in Folge dieser Maßnahmen kam es zum Vollbild dieser Nageldystrophie mit erheblichem Leidensdruck der Patientin.Zur Anwendung kam die von uns vorgestellte Methode mit subtotaler Nagelresektion, anschließender subtiler Glättung bzw. Herstellung eines planen Neo-Nagelbettes mit dem Mikroinstrumentarium und dem anschließenden Aufbringen einer dünnen Klarsichtfolie, die gerade eben unter den freien Nagelrand geschoben und zur permanenten Kompression des Neo-Nagelbettes mit Einzelknopfnähten fixiert wird.In LA wurde diese Folie fünfmal gewechselt und entsprechend vorsichtig stets erneut unter dem freien Nagelrand positioniert. Die Folie wurde lediglich mit einem Pflaster geschützt, so daß die Patientin während der gesamten Behandlung arbeitsfähig war.

Ergebnisse

Nach 6 Monaten konnte die Folieschienung aufgehoben werden. Eine behandlungsbedürftige Infektion trat auch bei dieser Patientin nichtt auf.Die Überkrümmung des Nagels konnte vollständig aufgehoben werden, ein freier Nagelrand resultierte. Die Patientin konnte erstmals seit Jahren wieder schmerzfrei festes Schuhwerk tragen.Ausgangsbefund, Behandlungsverlauf und Ausheilungsergebnis werden demonstriert.

Schlussfolgerung

Auch bei der schweren Form einer Nageldystrophie eines pincer nail stellt die Folienschienung für uns eine wertvolle, weil einfache und kostengünstige Behandlungsalternative zu aufwendigen -z.T. mikrochirurgischen- Verfahren dar.