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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Langzeitergebnisse nach Polytrauma: standardisierte Messung der Lebensqualität mit GOS, EuroQuol und SF-36

Meeting Abstract

  • corresponding author R.P. Zettl - Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • S. Ruchholtz - Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • C. Waydhas - Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • D. Nast-Kolb - Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3482

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch616.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Zettl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die primäre Letalität bei Polytraumatisierten konnte aufgrund verbesserter präklinischer und klinischer Therapiestrategien in den letzten Jahrzehnten zunehmend gesenkt werden. Ziel der vorliegenden prospektiven Studie war es, Langzeitüberlebensrate, funktionelles Outcome und Lebensqualität 2 Jahre nach Trauma zu analysieren.

Material und Methoden

Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden sämtliche Daten schwerverletzter Patienten welche zwischen 8/1998 und 8/2000 über den Schockraum aufgenommen wurden ausgewertet und die Patienten exakt 2 Jahre nach dem Trauma standardisiert nachuntersucht (GOS=Glasgow Outcome Score, SF-36, EuroQuol, Familiäre und soziale Situation, Arbeitsfähigkeit).

Ergebnisse

Im Untersuchungszeitraum wurden 482 Patienten (mittl. ISS: 24 Punkte) prospektiv dokumentiert. Das Durchschnittsalter lag bei 39 Jahren. 2 Jahre nach Unfall waren 26% (126 Patienten) verstorben. Von den Überlebenden waren 68 % nach GOS voll rehabilitiert, die übrigen schwerbehindert, 13% davon andauernd pflegebedürftig. Der EuroQuol zeigt gute Ergebnisse hinsichtlich der Mobilität und Selbstversorgung, aber bei mehr als der Hälfte aller Patienten chronische Schmerzprobleme und Angstzustände. Der SF-36 verdeutlicht die Probleme der Unfallpatienten hinsichtlich der sozialen Funktion und der Schmerzen. Im Vergleich zu Herzinfarkt- oder Tumorpatienten schneiden Traumapatienten in diesen Kategorien am schlechtesten ab. Die soziale Situation zeigt nach dem Unfall insbesondere einen Anstieg der Arbeitslosigkeit (von 5% auf 13,5%) und Arbeitsunfähigkeit (von 0% auf 15,3%) mit Umschulungen (9,9%) und Arbeitsplatzwechsel (15,8%) und bei 30% aller Patienten begleitende finanzielle Verluste. Die familiäre Situation ist vom Unfall scheinbar unbeeinflusst.

Schlussfolgerung

Obwohl die Mehrzahl der Patienten 2 Jahre nach Unfall als voll rehabilitiert gelten, konnte durch die Ergebnisse des SF-36 und EuroQuol Problembereiche aufgedeckt werden, die erhebliche Anforderungen an das primäre Traumamanagement und die Rehabilitation stellen.