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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Der NKR-P1B Rezeptor der Ratte ist polymorph und wirkt als Alloantigen

Meeting Abstract

  • corresponding author J. Hundrieser - Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
  • H. Düvel - Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
  • B. Trautewig - Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
  • K. Wonigeit - Abteilung Viszeral- und Transplantationschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3427

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch614.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Hundrieser et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Der NK-Genkomplex (NKC) kodiert bei Mensch, Maus und Ratte für Rezeptormoleküle, die hauptsächlich auf NK-Zellen zum Teil aber auch auf Subsets von T Zellen sowie Monozyten und Makrophagen exprimiert sind. Wir haben den genetischen Polymorphismus, die Alloantigenität und die Expression eines vom NKC kodierten Rezeptors, NKR-P1B, in einem von uns entwickelten NKC kongenen Rattenmodell untersucht. Damit soll die Basis für eine Klärung der Rolle dieses Rezeptors bei transplantations-immunologischen Reaktionen geschaffen werden.

Material und Methoden

Der neue NKC kongene Stamm LEW.NKC(BS) trägt den NKC des Stammes BS auf dem genetischen Hintergrund von LEW. Der Stamm wurde durch serielle Rückkreuzung und Testung der jeweiligen Zuchttiere mit RFLP für einen Polymorphismus der im NKC liegenden NKR-P1 Genfamilie hergestellt. Immunisierungen erfolgten durch wiederholte i.p. Injektionen von LEW Milzzellen in LEW.NKC(BS) Empfänger. Die NKR-P1B Allele der beiden Stämme wurden mit RT-PCR aus isolierten NK-Zellen amplifiziert und sequenziert. Weiterhin wurden mit entsprechenden Konstrukten 293 Zellen transfiziert. Die Alloantiseren und der neu hergestellte monoklonale Antikörper HT31 (gegen NKR-P1B von LEW gerichtet) wurden mit Durchflußzytometrie analysiert. Schließlich untersuchten wir den Einfluß des mAb HT31 auf die NK-vermittelte Lyse von P815 Zielzellen im System der ”redirected lysis“.

Ergebnisse

1. Die Stämme LEW und LEW.NKC(BS) besitzen unterschiedliche Allele für den NKR-P1B Rezeptor. Im extrazellulären Teil differieren 31 Aminosäuren, im intrazellulären Teil drei Aminosäuren. Der intrazelluläre Teil beider allotypischen Rezeptormoleküle besitzt ein charakteristisches ITIM Element (Immunoreceptor Tyrosine based Inhibition Motif). 2. Alle gegen LEW Milzzellen immunisierten LEW.NKC(BS) Tiere (n=6) wiesen eine ausgeprägte Antikörperbildung auf, die zum großen Teil gegen den NKR-P1B Rezeptor gerichtet war (Analyse mit Transfektanten). 3. Die Analyse der Expression von NKR-P1B im Stamm LEW mit dem von uns neu generierten mAb HT31 zeigte, dass NKR-P1B auf einem Subset von NK-Zellen und in variabler Stärke auch auf Monozyten und Makrophagen exprimiert ist. 4. Im System der “redirected lysis” von 51-Cr markierten P815 Zielzellen zeigte HT31 eine deutliche Hemmwirkung auf die lytische Kapazität von LEW NK-Zellen.

Schlussfolgerung

Der NKR-P1B Rezeptor ist ein polymorphes Molekül, das eine starke Alloimmunreaktion auslöst. Da der Rezeptor von Monozyten und Makrophagen exprimiert wird, könnten bei Inkompatibilität für dieses Molekül Makrophagen und APC beschleunigt aus Organtransplantaten eliminiert und damit der Modus der Antigenpräsentation (direkte versus indirekte Route) verändert werden. Über die Bedeutung für die Transplantation hinaus könnte die Definition dieses neuen Rezeptors und seine Hemmwirkung auf die NK-Zellfunktion auch für andere Aspekte der Immunregulation von Interesse sein.