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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Das Spektrum der histopathologischen Befunde bei Patienten mit Achalasie reflektiert unterschiedliche Ätiologien

Meeting Abstract

  • corresponding author I. Gockel - Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • J. R. E. Bohl - Institut für Neuropathologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • S. Doostkam - Institut für Neuropathologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • V. F. Eckardt - Fachbereich Gastroenterologie, Deutsche Klinik für Diagnostik, Wiesbaden, Deutschland
  • T. Junginger - Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2575

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch596.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Gockel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Ätiologie der Achalasie ist unbekannt. Ziel dieser Studie war es, die zugrundeliegenden pathologischen Befunde anhand von Biopsien bei Patienten, die wegen Achalasie kardiomyotomiert oder ösophagusreseziert wurden, zu untersuchen.

Material und Methoden

Bei 17 Patienten mit Achalasie erfolgten neuropathologische Untersuchungen der Ösophaguswand, wobei der Plexus myentericus fokussiert wurde. Das mediane Alter zum Zeitpunkt der Operation war 54 (14-78) Jahre. Achalasie-Symptome bestanden im Median 10 (0,5-63) Jahre, der Eckardt-Score betrug 6 (3-11) Punkte. Bei 8 Patienten war es möglich, den gesamten Ösophagus zu untersuchen, während in 9 Fällen eine Biopsie der Hochdruckzone aus dem distalen Ösophagus gewonnen wurde.

Ergebnisse

Bei 13 von 17 Patienten fand sich eine signifikante Reduktion der Anzahl an intramuralen Ganglienzellen. Häufige Befunde waren eine schwere Fibrose der glatten Muskelschicht (10/17) und myopathische Veränderungen der glatten Muskelzellen (5/17). Die Färbung mit Antikörpern gegen B- und T-Lymphozyten zeigte deutliche Entzündungsreaktionen in den mukosalen und muskulären Arealen (11/17). 3 Patienten hatten eine deutliche Invasion von eosinophilen Granulozyten in der Muscularis propria (Eosinophilie).

Schlussfolgerung

Die histopathologischen Untersuchungen der Ösophaguswand bei 17 Patienten, die wegen einer Achalasie operativ behandelt wurden zeigen, daß die Reduktion der intramuralen Ganglienzellen eine sekundäre Veränderung darstellt, möglicherweise bedingt durch eine Entzündungsreaktion, die durch Autoimmunmechanismen oder chronisch degenerative Prozesse des zentralen und / oder peripheren Anteils des N. vagus getriggert wird. Die Primärläsion kann weiterhin in einer schweren Myopathie der glatten Muskelzellen bestehen.