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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Nierenerhaltende Resektionen bei unilateralem Wilms Tumor : Ergebnisse der Studie SIOP 93-01/GPOH

Meeting Abstract

  • corresponding author F.-M. Häcker - Kinderchirurgie, Universitäts-Kinderspital beider Basel
  • D. von Schweinitz - Kinderchirurgie, Dr. von Hauner'sches Kinderspital München
  • D. Bürger - Kinderchirurgie, DRK-Klinik Siegen
  • N. Graf - Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinik des Saarlandes, Homburg/Saar

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2544

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch587.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Häcker et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Mit besserer Prognose unilateraler Wilmstumore (WT) wächst die Tendenz zu Nieren erhaltenden Resektionen. Zur Abschätzung der damit verbundenen Risiken werden die Patientendaten der Studie SIOP93-01/GPOH retrospektiv ausgewertet.

Material und Methoden

Daten von Patienten mit einem unilateralen Wilmstumor werden hinsichtlich Diagnose, chirurgischem Vorgehen, postoperativem Stadium, Rezidiv und Verlauf ausgewertet und dabei Nierenteilresektionen kompletten Nephrektomien gegenüber gestellt.

Ergebnisse

770 Patienten erhielten eine komplette Nephrektomie (TN), bei 37 Patienten wurde eine Nierenteilresektion (PN) durchgeführt. Die Tumorresektion war komplett bei 766/770 (99%) TN und bei 36/37 (97%) PN. Die TN erfolgte bei 139 Patienten primär, bei 630 Patienten nach Chemotherapie. Die PN wurde 15 mal primär und 22 mal nach Chemotherapie durchgeführt. Das postoperative Stadium nach PN (n = 37) war 28 x I, 6 x II N-, 1 x II N+ sowie 2 x III und somit ohne signifikanten Unterschied zu den Nephrektomien. Von den 37 Patienten erlitten jedoch 2 ein Lokalrezidiv und 2 Fernmetastasen. 2 Patienten, davon 1 mit Lokalrezidiv und 1 mit Fernmetastasen (Rhabdoidtumor), verstarben.

Schlussfolgerung

Trotz der meist günstigen Ausgangslage (kleiner Tumor) war nach PN die Tumorentfernung gleich häufig inkomplett wie nach TN. Lokalrezidive waren nach PN häufiger als im Gesamtkollektiv. Deshalb sollten Nieren erhaltende Resektionen (PN) von unilateralen WT nur nach Ansprechen auf Chemotherapie durchgeführt werden, wenn eine komplette Entfernung sichergestellt ist. Bei Resttumor oder ungünstiger Histologie ist eine Nachresektion mit Entfernung der Restniere indiziert.