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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Sind bei dem populären plastisch-chirurgischem Eingriff "Abdominoplastik" Komplikationsrate und Patientenzufriedenheit abhängig vom Ausbildungsstand des Operateurs? Welchen Einfluss hat der Morbiditätsfaktor Adipositas? : eine retrospektive Studie

Meeting Abstract

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  • corresponding author J. Eichhorn-Sens - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH, Klinikum Hannover
  • P.M. Vogt - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH, Klinikum Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3099

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch567.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Eichhorn-Sens et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Im Zeitraum vom 01.01.2000 bis 31.12.2003 erfolgten in unserer Klinik 77 Fettschürzenresektion mit oder ohne Nabelneuinsertion. In einer retrospektiven Studie wurden sämtliche Patienten nach einem Zeitraum von durchschnittlich 24,6 Monaten (5 bis 53 Monate) nachuntersucht bezüglich des Zusammenhanges zwischen Minor- und Major Komplikationen und BMI (Body Mass Index) sowie dem Ausbildungsstand des Operateurs (Facharzt, Assistenzarzt) und der Patientenzufriedenheit.

Material und Methoden

Die Patienten (66 Frauen, 11 Männer) waren im Durchschnitt 37,6 Jahre alt (Minimum 21 Jahre, Maximum 67 Jahre). Bei Patienten mit einem BMI von größer / gleich 30 kg / m² wurde erst nach weiterer Gewichtsreduktion eine Korrekturoperation durchgeführt. Der Gewichtsverlust vor Operation betrug im Mittel 44,8 kg (Minimum 20 kg, Maximum 100 kg) und das durchschnittliche Resektionsgewicht 991 Gramm (200 – 2350 Gramm). Zu den Minor Komplikationen wurden sämtliche Komplikationen gezählt, die den stationären Aufenthalt nicht verlängerten und leicht ambulant zu managen waren, z.B. Fadenabszesse, Wunddehiszenzen oder lokale Infektionen, zu den Major Komplikationen alle anderen, d.h. z.B. Revision bei Hämatom oder schwerem Infekt oder Thrombosen und Embolien. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung wurden die Patienten nach ihrer Zufriedenheit mit dem kosmetischen Ergebnis befragt und es erfolgte die Beurteilung der Nabelposition und -form, der Narbensymmetrie und Konturdeformitäten. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem T-Test und dem Mann-Withney U-Test.

Ergebnisse

Minor Komplikationen traten bei 11 (14 %) und Major Komplikationen bei vier (5 %) der Patienten auf. Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen dem Auftreten dieser Komplikationen und dem Ausbildungsstand des Operateurs zeigten sich nicht. Ebenso konnte bei unserem Patientengut keine Signifikanz zwischen zunehmendem BMI bis 30 kg / m² und Minor- oder Major Komplikationen festgestellt werden. Unterschiede traten ebenfalls nicht bezüglich der Patientenzufriedenheit und dem klinischen Nachuntersuchungsergebnis auf. 97,4 % (75 Patienten) der Patienten waren mit dem Endergebnis zufrieden und würden die Operation ihren Angehörigen oder Freunden weiterempfehlen.

Schlussfolgerung

Unsere Untersuchung zeigt, dass die Durchführung von Abdominoplastiken durch einen Arzt in Weiterbildung kein höheres Risiko für das Auftreten von Komplikationen oder schlechtere Ergebnisse mit sich bringt bei einer hohen Zufriedenheit der Patienten. Bis zu einem BMI von 30 kg / m² ist nicht mit einem höheren Risiko von Komplikationen nach Abdominoplastiken zu rechnen.