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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Potentiell lebensbedrohliche Komplikationen bei perkutan implantierten Dauerverweilkathetern

Meeting Abstract

  • corresponding author T. Luithle - Abteilung Kinderchirurgie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • P. Szavay - Abteilung Kinderchirurgie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • K. Schellinger - Abteilung Kinderchirurgie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • H.-W. Hacker - Abteilung Kinderchirurgie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • H.-G. Scheel-Walter - Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Tübingen, Tübingen, Deutschland
  • J. Fuchs - Abteilung Kinderchirurgie, Universitätsklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Tübingen, Tübingen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3504

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch539.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Luithle et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Zentrale implantierte Dauerverweilkatheter sind bei Kindern zur total parenteralen Ernährung, zur intravenösen Antibiotikatherapie sowie zur Chemotherapie indiziert. Dabei kommen ein- bis dreilumige Broviac/Hickman-Katheter oder Port-Katheter zum Einsatz. Zur Implantation stehen die offene, operative Technik sowie die perkutan, gestochene Technik zur Verfügung. Im Folgenden werden Komplikationen der perkutanen Implantationstechnik dargestellt und diskutiert.

Material und Methoden

In der Kinderchirurgischen Klinik der Universitätsklinik Tübingen wurde zwischen Januar 2002 und September 2004 198 zentralvenöse Dauerverweilkatheter implantiert. Das Alter der Patienten betrug 2 Monate bis 24 Jahre. Dabei wurde in 99 Fällen die perkutan gestochene Implantationstechnik angewendet. Nach Punktion der Vena subclavia wurde der Katheter über ein Einführbesteck mit Gefäßdilatator eingebracht. Bei 99 Patienten wurde die offene Implantation über die Vena jugularis interna, Vena jugularis externa und Vena cephalica durchgeführt.

Ergebnisse

Bei den perkutan implantierten kam es bei acht Patienten (8,1%) zu folgenden Komplikationen: Infusothorax (1), Pneumothorax (2), Herzbeuteltamponade (2) und Hämatothorax (3). Es ist kein Patient verstorben. Die beiden Patienten mit Herzbeuteltamponade wurden notfallmäßig sternotomiert. In einem Fall kam es dabei durch die Asphyxie zu bleibenden neurologischen Schäden. In der Gruppe der offen implantierten Dauerverweilkatheter waren keine relevanten Komplikationen zu verzeichnen.

Schlussfolgerung

Die Technik der perkutanen Implantation von Dauerverweilkathetern ist mit einer relevanten Komplikationsrate behaftet. Eine dezidierte präoperative Aufklärung diesbezüglich ist unerlässlich. Die potentiell lebensbedrohlichen Komplikationen erfordern die Anwesenheit eines erfahrenen Operateurs bei einem solchen Vorgehen. Perioperativ erfordert jedes unklare Problem eine unmittelbare und rasche Abklärung.