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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Rationale der operativen Therapie bei pulmonalen Aspergillosen

Meeting Abstract

  • corresponding author K. Welcker - Krankenhaus Großhansdorf, Abteilung für Thoraxchirurgie, Großhansdorf, Deutschland
  • T. Schulte - Klinik für Chirurgie, Universität Schleswig Holstein, Campus Lübeck, Deutschland
  • J. Schatz - Krankenhaus Großhansdorf, Abteilung für Thoraxchirurgie, Großhansdorf, Deutschland
  • D. Branscheid - Krankenhaus Großhansdorf, Abteilung für Thoraxchirurgie, Großhansdorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3591

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch530.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Welcker et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die invasive pulmonale Aspergillose ist eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung. Insbesondere findet sich diese opportunistische Mykose bei immunsupprimierten oder tumorkranken Patienten. In vielen Fällen kommt es zu Hämoptoe oder lebensbedrohlichen Massenblutungen. Der Stellenwert der Chirurgie, insbesondere Zeitpunkt und Indikation wird kontrovers diskutiert.

Material und Methoden

In einer retrospektiven Untersuchung wurden alle zwischen 1993 und 2004 operierten Patienten mit pulmonalen Aspergillomen analysiert.

Ergebnisse

28 Patienten mit pulmonalen Aspergillomen (Durchschnittsalter 49 Jahre) wurden operiert. Tuberkulose (n=10), Malignome (n=5), Gerüsterkrankungen (n=6) und eine Echinokokkose der Lunge stellten die Grunderkrankungen. Das klinische Leitsymptom war in 17 Fällen Bluthusten, welcher in 10 Fällen zu einer Notfallintervention führte. In 15 Fällen erfolgte eine Lob.- bzw. Bilobektomie, in 5 Fällen eine Pneumektomie und in einem Fall eine Thorakoplastik. Als postoperative Komplikationen fanden sich Blutungen, Pneumonien und Empyeme jeweils in 10 %. Vier Patienten verstarben ( Letalität 14%). 2 Re-Thorakotomien mussten durchgeführt werden.

Schlussfolgerung

In jedem Fall sollte eine Resektion den anatomischen Grenzen folgen und eine regelhaft bestehende Schwarte komplett dekortiziert werden um ein Rezidiv sicher zu verhindern. Die Bildung von intrathorakalen Hohlräumen sollte vermieden werden und ggf. durch eine Thorakoplastik oder Muskelplombe aufgefüllt bzw. chirurgisch behandelt werden. Werden die genannten Maßnahmen konsequent durchgeführt, lassen sich auch bei schwerkranken Patienten befriedigende Ergebnisse hinsichtlich Mortalität, Morbidität und Rezidivhäufigkeit erzielen.