gms | German Medical Science

122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Inwieweit beeinflusst eine dauerhafte enterale Ernährung mit unterschiedlichen Fettsäurekompositionen (n3-, n6-,n9) die Inzidenz von Primärtumoren und Lebermetastasen sowie den hepato-pankreatischen Eicosanoidstoffwechsel beim duktalen Pankreaskarzinom?

Meeting Abstract

  • corresponding author F.A. Wenger - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité Campus Mitte, Berlin
  • M. Kilian - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité Campus Mitte, Berlin
  • I. Heukamp - Klinik für Hepatologie, Gastroenterologie und Endokrinologie, Charité Campus Mitte, Berlin
  • J.I. Gregor - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité Campus Mitte, Berlin
  • M. Hanel - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité Campus Mitte, Berlin
  • C.A. Jacobi - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité Campus Mitte, Berlin
  • H. Guski - Institut für Pathologie, Charité Campus Mitte, Berlin
  • M. Walz - Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal-invasive Chirurgie, Huyssens-Stiftung / Knappschafts-GmbH, Essen
  • J.M. Müller - Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité Campus Mitte, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2962

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch440.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Wenger et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung

In Vorstudien haben wir beobachtet, dass eine fischölreiche Diät (n-3) signifikant die Inzidenz von Lebermetastasen im Tiermodell des duktalen Adenokarzinoms des Pankreas erniedrigte. Allerdings ist der genaue Pathomechanismus bislang ungeklärt. Daher haben wir in der vorliegenden Studie untersucht, inwieweit die Metabolisierung von n-3, n-6 und n-9 mehrfach ungesättigten Fettsäuren über den hepato-pankreatischen Eicosanoidstoffwechsel die Prostaglandin- und Leukotriensynthese sowie die Lebermetastasierung beeinflußt.

Material und Methoden

90 männliche Hamster wurden in 6 Gruppen (n=15) randomisiert. Während Gr.1-3 gesunde Kontrollgruppen darstellten, erhielten Gr.4-6 subkutane wöchentliche Injektionen von 10mg N-nitrosobis-2-oxypropylamine (BOP)/ kg Körpergewicht für 12 Wochen (Wo.) zur Induktion eines duktalen Adenokarzinoms des Pankreas. In der 1.-16. Wo. erhielten alle Tiere eine Standarddiät mit einem Rohfettanteil von 2,9%. In der 17. Wo. wurden Gr.1-6 mit unterschiedlichen Diäten ernährt: Gr.1: SHF (=Standard-Hochfettdiät, n-6 MUF) / Gr.2: Fischöl (n-3 MUF) / Gr.3: SMOF (=Komposition aus n-3, n-6 und n-9 MUF) / Gr.4: BOP + SHF / Gr.5: BOP + SMOF / Gr.6: BOP + Fischöl. Nach 32 Wo. wurden alle Tiere getötet, Pankreas und Leber wurden histologisch analysiert. Ferner wurden die pankreatischen und hepatischen Konzentrationen der Prostaglandine (PGF1α, PGE2) und Leukotriene bestimmt.

Ergebnisse

Im Pankreaskarzinom waren die Konzentrationen von PGF1α, PGE2 und der Leukotriene im Vergleich zum tumorfreien Pankreasgewebe siginifikant erhöht. Ferner waren die Konzentrationen von PGF1α und PGE2 in den Lebermetastasen gegenüber dem extrametastatischen Lebergewebe erhöht. Demgegenüber verminderte Fischöl (Gr.6) sowohl die Anzahl von makroskopisch sichtbaren Pankreastumoren (Gr.4-6: 54,5 vs 45,5 vs 9,1%, p<0,05) als auch die Inzidenz von Lebermetastasen (Gr.4-6: 90,9 vs 72,7 vs 36,4%, p<0,05). Zugleich war in Gr.6 (Fischöl) die intrametastatische Leukotrien-Konzentration signifikant niedriger als in nicht-metastatischem Lebergewebe.

Schlussfolgerung

Fischöl verminderte die Anzahl makroskopisch sichtbarer Pankreaskarzinome und die Inzidenz histologisch nachgewiesener Lebermetastasen. Möglicherweise ist dies durch die Verminderung der intrametastatischen Leukotrien-Konzentration im Vergleich zum extrametastatischen Lebergewebe bedingt.