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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Die arterielle Blutversorgung des Corpus cavernosum recti im Hinblick auf Ligaturmethoden bei der Behandlung von Hämorrhoiden

Meeting Abstract

  • corresponding author F. Aigner - Univ.-Klinik f. Chirurgie, Klinische Abteilung f. Allgemein- u. Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich
  • G. Bodner - Univ.-Klinik f. Radiodiagnostik I, Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich
  • F. Conrad - Univ.-Klinik f. Chirurgie, Klinische Abteilung f. Allgemein- u. Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich
  • H. Fritsch - Institut für Anatomie, Histologie und Embryologie, Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich
  • R. Margreiter - Univ.-Klinik f. Chirurgie, Klinische Abteilung f. Allgemein- u. Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2467

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch423.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Aigner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Seit Einführung der ultraschallgezielten Hämorrhoidalarterienligatur (HAL) zur Unterbindung der arteriellen Blutversorgung des Corpus cavernosum recti (Morinaga et al. 1995), wird diese Methode zur Behandlung von Hämorrhoiden Goligher Grad I-IV angewandt. Der Erfolg dieser Methode ist jedoch an einen submukösen Verlauf der terminalen Äste der A. rectalis superior gebunden. Ziel der vorliegenden Studie war die Untersuchung der terminalen Äste der A. rectalis superior in Hinblick auf besonders bei höhergradigen Hämorrhoiden postoperativ häufig persistierende und teils rezidivierende Hämorrhoidalknoten.

Material und Methoden

Das Aufzweigungsverhalten der A. rectalis superior wurde makroskopisch an 5 erwachsenen, fixierten Beckenpräparaten, mikroskopisch an 35 fetalen und 3 erwachsenen plastinierten Beckenschnittserien, sowie mittels transperinealer Sonographie an 32 Probanden und 26 Patienten mit Hämorrhoiden (I°-IV°) untersucht.

Ergebnisse

Beim Großteil (71%) der fetalen wie auch erwachsenen Beckenpräparate konnten kaliberstarke (Ø 1 mm) terminale Äste der A. rectalis superior nachgewiesen werden, die nicht exakt submukös, sondern in äußeren Schichten der Rektumwand analwärts und knapp oberhalb des M. levator ani, also unterhalb der Ligaturebene bei HAL zum Corpus cavernosum recti verlaufen. Mittels transperinealem Ultraschall konnte der Verlauf dieser Gefässe bestätigt und zusätzlich ein signifikanter Anstieg des Kalibers und der arteriellen Flussgeschwindigkeit bei Patienten mit Hämorrhoiden verzeichnet werden (p<0.05).

Schlussfolgerung

Diese an der Blutversorgung des Corpus cavernosum recti und in der Folge bei der Entstehung von Hämorrhoidalknoten an Kaliber zunehmenden transmuralen Endäste der A. rectalis superior sind für die beschriebene Ligaturmethode (HAL) unerreichbar. Die transperineale Sonographie stellt eine geeignete Methode zur präoperativen Erfassung und postoperativen Kontrolle des anorektalen Gefäßstatus dar.