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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Dynamische Gracilisplastik zur Inkontinenztherapie – ein suffizientes Verfahren auch noch nach 7 Jahren?

Meeting Abstract

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  • corresponding author A.J. Kroesen - Chirurgische Klinik I, Charite - Campus Benjamin Franklin
  • M.J. Utzig - Chirurgische Klinik I, Charite - Campus Benjamin Franklin
  • H.J. Buhr - Chirurgische Klinik I, Charite - Campus Benjamin Franklin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3629

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch420.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Kroesen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Der Sphinkterersatz durch neurostimulierte Gracilisplastik ist bei der Therapie der Sphinkterinsuffizienz anerkannt, er stellt jedoch aufgrund des aufwendigen Operationsverfahrens, der notwendigen Compliance der Patienten und der Kostenintensität kein Routineverfahren dar. Die Ein- und Zweijahresergebnisse des Verfahren sind mit 80-90% Kontinenzverbeserung vielversprechend. Doch wie verhält es sich nach 7 und mehr Jahren mit der Funktion? Ziel der vorliegende Studie ist es anhand des eigenen Patientengutes die Ergebnisse der neurostimulierten Gracilisplastiken nach 7 Jahren zu untersuchen.

Material und Methoden

Prospektive Beobachtungsstudie aller Patienten mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 7 (3-9) Jahren, bei denen wegen einer Analsphinkter-Insuffizienz eine neurostimulierte Gracilisplastik durchgeführt wurde. Erhebung der Kontinenz-Leistung anhand des Kelly-Holschneider-Scores (KHS) und durch Analmanometrie.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 15 Patienten (w 9, m 6) mit einem medianen Alter von 46 Jahren [32-75] behandelt. Die OP-Indikationen waren: Totaler Analsphinkterersatz einzeitig nach abdominoperinealer Rektumexstirpation: 5; Analatresie: 3; Idiopathische Inkontinenz: 6; Nervale Inkontinenz nach transperinealer Prostatektomie: 1. Der frühpostoperative Verlauf war bei 13/15 Patienten komplikationslos. Komplikationen: Elektroden-Dislokation: 1x; Colon-Ischämie: 1x. Als Spätkomplikationen beobachteten wir: Schmerzen im Bereich der Entnahmestelle des M. gracilis: 2x; trans-neosphintäre Fistel: 2x; Kolonentleerungsstörungen: 2x; Stomaanlage wg. Inkontinenz: 3x. Zum Nachbeobachtungszeitraum sind 9/15 dynamischen Gracilisplastiken noch in Funktion. Kontinenzleistung dieser 9 Patienten (2x Totalersatz nach Rektumexstirpation): Gute Kontinenz (KHS 10-14 Pkt.): 5 Pat. ; Partielle Kontinenz (KHS 5-9 Pkt.):2 Pat.; Schlechte Kontinenz (KHS 0-4 Pkt.): 2 Pat.. Mittlerer Ruhedruck: 35,5±12,2 mmHg, Mittlerer Kontraktionsdruck: 99,9±23,6 mmHg.

Schlussfolgerung

Die neurostimulierte Gracilisplastik weist im eigenen Krankengut eine geringe Rate an Früh-, aber eine hohe Rate an Spätkomplikationen auf. Nach 7 Jahren (Median) sind bei 9/15 Patienten bei jedoch akzeptabler Funktion die dynamischen Gracilisplastiken in Betrieb. In Anbetracht der hohen Versagerquote ist die dynamische Gracilisplastik ein Reserveverfahren mit strenger Indikationsstellung.