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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

IL-12 und IL-18 als perioperative Risikoanalyse einer letalen Sepsis

Meeting Abstract

  • corresponding author K. Emmanuel - Chirurgische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
  • A. Nowotny - Chirurgische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
  • H. Bartels - Chirurgische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
  • JR. Siewert - Chirurgische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München
  • B. Holzmann - Chirurgische Klinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3858

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch259.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Emmanuel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die postoperative Sepsis nach viszeralchirurgischen Eingriffen ist bis heute ein ernstes Problem auf den Intensivstationen. Obwohl sich die chirurgische Technik und das perioperative Management auf ihrem Höhepunkt befinden, ist die Inzidenz mit 9-12 % und die Letalität mit 46-82 % immer noch hoch. Ziel dieser Arbeit war es nicht einen immunologischen Therapieansatz zu entwickeln, sondern vielmehr die bestehenden Ressourcen der Chirurgie und der Intensivmedizin durch eine präoperative Immunstatusanalyse sowie ein postoperatives Früherkennungssystem der Sepsis optimal zu nutzen.

Material und Methoden

Praeoperative Analyse von IL-12 bei 1113 Patienten vor elektiven visceralchirurgischen Eingriffen. IL-12 Bestimmung im Serum und Vollblut mittels ELISA. Bestimmung von IL-18 bei Sepsis onset bei 66 Patienten mit sekundärer Peritonitis aufgrund einer postoperativen Komplikation. IL-18 Bestimmung mittels ELISA aus dem Serum.

Ergebnisse

Bei 1113 Patienten konnten wir zeigen, dass eine bereits präoperativ bestehende verminderte Produktionsleistung von IL-12 durch periphere Monozyten mit einem signifikant höheren Risiko einhergeht eine letale Sepsis zu entwickeln (IL-12 p70 P = 0,011 und IL-12 p40 P = 0,030), als Patienten mit normaler präoperativer IL-12 Produktion. IL-12 ist somit ein unabhängiger Indikator für die Entwicklung einer postoperativen letalen Sepsis. Diese zusätzliche Information über den Reaktionszustand des Patienten könnte dazu beitragen solche Patienten einer speziellen Sicherheitschirurgie bzw. bei fraglicher Prognose sogar einem konservativen Konzept zu zuführen.IL-18 wurde von uns als Frühmarker einer letalen Sepsis identifiziert. Die Ergebnisse zeigen deutlich einen statistisch signifikanten Einfluss der IL-18 Werte (Tag 1 oder Tag 2 der Sepsis) gegenüber der Sepsismortalität (p = 0,003 für Tag 1; p = 0,013 für Tag 2). Die IL-18 Werte an Tag 1 und Tag 2 der postoperativen Sepsis korrelierten signifikant (p < 0,001), so dass hohe IL-18 Serumspiegel als Früherkennungsmarker für den letalen Verlauf einer postoperativen Sepsis gelten. Für den Intensivmediziner bedeutet dies die Möglichkeit in die Summe seiner Entscheidungsfaktoren, bezüglich weiterer Diagnostik oder gar Intervention bzw. Revision, einen weiteren Parameter (IL-18) einfließen zu lassen. Mit einer Bestimmung von IL-18 am ersten Tag der Sepsis könnte bereits eine Aussage über das zu erwartende Letalitätsrisiko und somit indirekt über die Schwere der Infektion gemacht werden, obwohl die klinische Situation (APACHE II) hier noch keine unterschiedliche Aussage zu lässt.

Schlussfolgerung

Die Bestimmung von IL-12 Könnte helfen praeoperativ bereits Risikopatienten zu selektionieren und diese einer bestimmten Sicherheitschirurgie oder gar alternativen Therapieverfahren zu zuführen. Mit IL-18 als starken Parameter der Sepsis bereits am ersten Tag könnte in einigen Fällen helfen eine raschere Diagnostik oder sogar eine zügigere Revision zu veranlassen und somit die Letalität zu senken.