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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Lebensbedrohliche Spontanblutung im Halsbereich durch Ruptur eines Wandaneurysmas der Arteria thyroidea inferior

Meeting Abstract

  • corresponding author W. Thaler - Chirurgische Abteilung, Krankenhaus Bruneck, Südtirol
  • H. J. Marsoner - Chirurgische Abteilung, Krankenhaus Bruneck, Südtirol
  • M. Karner - Dienst für Radiologie, Krankenhaus Bruneck, Südtirol
  • F. Aschenbrenner - Medizinische Abteilung, Krankenhaus Bruneck, Südtirol
  • G. Colucci - Chirurgische Abteilung, Krankenhaus Bruneck, Südtirol
  • A. Grones - Chirurgische Abteilung, Krankenhaus Bruneck, Südtirol
  • A. Bulatko - Dienst für Pathologische Anatomie und Histologie, Krankenhaus Bozen, Südtirol

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2695

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch187.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Thaler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Wir berichten über eine lebensbedrohliche Blutung durch Dissektion der Arteria thyroidea inferior. Das ist ein seltenes Ereignis und sollte diskutiert und analysiert werden, weil in der Literatur nur wenige Fälle publiziert worden sind und weil unser Fallbericht gut dokumentiert werden konnte.

Material und Methoden

Bei einer 75-jährigen Patientin traten plötzlich eine zunehmende Schwellung an der linken Halsseite, Blutbildabfall und Atemnot auf. Sonographie und CT zeigten eine Raumforderung paratracheal links mit Kompression und Deviation der Trachea, Verdrängung der Carotis und Kompression der V. jugularis und subclavia. Der linke Schilddrüsenlappen maß 7x6 cm und war inhomogen. Die Atemnot der Patientin erforderte eine notfallmäßige Intubation. Bei der Operation fand sich eine arterielle Blutungsquelle laterodorsal des linken Schilddrüsenlappens, der Arteria thyroidea inferior zuzuordnen. Letztere wurde ligiert und durchtrennt, der linke Schilddrüsenlappen ektomiert.

Ergebnisse

Die histologische Untersuchung ergab eine normo- bis makrofollikuläre Struma mit ausgedehnter Blutung im Parenchym. Die gezielt untersuchte Arteria thyroidea inferior wies ein dissoziiertes Wandaneurysma ohne Entzündungszeichen auf [Abb. 1].

Schlussfolgerung

Vaskuläre Komplikationen im Halsbereich sind selten. Die Ruptur einer Schilddrüsenarterie kann lebensbedrohlich sein. In der Literatur sind seit 1953 14 Patienten beschrieben worden. Über die Pathogenese der Arteriendissektion im Halsbereich weiß man nicht viel. Es besteht ein Zusammenhang mit der Arteriosklerose und insbesondere mit der Medianekrose. Möglicherweise spielen auch ein erhöhter Plasma-t-Homozysteinspiegel und ein erniedrigter alpha-1-Antitrypsinspiegel eine pathogenetische Rolle. Das Problem ist nicht der Blutungsschock, sondern das Ersticken durch Trachealkompression. Die selektive Angiographie ist allen Untersuchungsmethoden überlegen. Zusätzlich kann dabei die Katheter-Embolisation durchgeführt werden. Vier Patienten aus der Literatur wurden erfolgreich embolisiert. Im Akutfall muß operiert werden, für die Embolisation ist bei Erstickungsgefahr keine Zeit.