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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Therapie der experimentellen Kolitis durch Transfer von immun-regulatorischen Natürlichen Killer T-Zellen

Meeting Abstract

  • corresponding author C. S. Sattler - Experimentelle Chirurgie, Universität Regensburg
  • M. Hornung - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universität Regensburg
  • M. Scherer - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universität Regensburg
  • E. K. Geissler - Experimentelle Chirurgie, Universität Regensburg
  • H.-J. Schlitt - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universität Regensburg
  • S. Farkas - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universität Regensburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2731

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch096.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Sattler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

NKT Zellen sind eine besondere T-Zell-Subpopulation, die eine wichtige Rolle bei Autoimmunerkrankungen spielt. Ihr immunregulatorisches Potential konnte in verschiedenen humanen und tierexperimentellen Studien nachgewiesen werden. Im DSS Kolitismodell verminderte die Aktivierung von NKT-Zellen über CD1.1 die Ausprägung der Kolitis. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden durch überschießende Immunreaktionen auf luminale Antigene induziert. Durch eine pathologische Immunregulation werden T-Zellen aktiviert und somit die chronische Entzündung aufrechterhalten und verstärkt. Wir konnten zeigen, dass NKT-Zellen immundefiziente Mäuse vor dem Entstehen einer CD4+CD62L+ induzierten Kolitis schützen können. Bisher konnte jedoch noch keine therapeutische Wirkung des NKT Zelltransfers gezeigt werden. Entsprechend der klinischen Situation war es Ziel unserer Studie, die immunregulative Wirkung von NKT Zellen zur Therapie einer bereits etablierten Kolitis zu untersuchen.

Material und Methoden

Zur Induktion einer Kolitis wurden CD4+CD62L+Zellen aus der Milz von immunkompetenten Balb/c-Mäusen mit magnetic activated cell sorting (MACS) aufgereinigt. Balb/c SCID-Mäuse wurden mit 1x 106 CD4+CD62L+ Zellen i.p. rekonstituiert. Nach 6 Wochen entwickelten alle Mäuse eine Kolitis. Die Tiere wurden in 2 Gruppen eingeteilt. Einer Gruppe wurden 500.000 NKT-Zellen, der anderen 500.000 CD8-Kontrollzellen, welche ebenfalls aus der Milz von Balb/c-Mäusen gewonnen wurden, i.p. injiziert (n=6/Gruppe). Die Injektion von NKT- bzw. CD8-Zellen wurde nach 2 Wochen wiederholt. Das Gewicht der Tiere wurde während der gesamten Versuchsdauer kontrolliert. Zwei Wochen nach der letzten Injektion wurde der Versuch beendet, und das Kolon histologisch nach einem standardisierten Score (0= keine Entzündung; 4= maximale Entzündung) untersucht.

Ergebnisse

Nach Transfer von NKT-Zellen fand sich eine signifikante Verbesserung des histologischen Kolitisscore im Vergleich zu Tieren die CD8-Kontrollzellen erhielten (1,9±0,4 NKT vs. 3,5±0,5 CD8; p=0,03). Bei gleichem Gewicht der Tiere zu Therapiebeginn (19,8±0,7g) zeigten die Tiere der NKT-Gruppe eine Gewichtszunahme von 5,6% vs. einem Gewichtsverlust von 6,2% in der CD8-Gruppe. Mit NKT-Zellen behandelte Tiere wiesen gegenüber unbehandelten Tieren und mit CD8-Zellen behandelten Tieren ein niedrigeres Milzgewicht (92±20,3mg NKT vs. 132,5±20,6mg CD8) auf. Weiterhin fand sich ein geringerer Darmdurchmesser (3±0,6mm NKT vs. 4,3±0,9mm CD8) als makroskopischer Entzündungsparameter.

Schlussfolgerung

Durch Transfer von NKT-Zellen konnte eine bereits etablierte Kolitis im CD4+CD62L+ Modell therapiert werden. Dies wurde nicht nur mittels des verbesserten histologischen Scores, sondern auch durch den verminderten Gewichtsverlust, sowie geringeres Milzgewicht und geringeren Darmdurchmesser nachgewiesen. Eine immunregulative Zelltherapie mit NKT-Zellen stellt daher möglicherweise einen neuartigen Therapieansatz für die Kolitis dar.