gms | German Medical Science

122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Entwicklung des G-DRG-Systems seit 2003 – Betrachtung einer Problemgruppe

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author N. Hennes - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Krefeld
  • W. U. Schmidt - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Krefeld
  • P. R. Verreet - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Krefeld

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2635

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch072.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Hennes et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung

Im Jahr 2002 wurde unter hohem Druck über den Weg der Ersatzvornahme ein DRG-System für Deutschland für die optionale Abrechnung im Jahr 2003 etabliert, welches weitgehend dem australischen Original entsprach und das kaum an Deutsche Verhältnisse angepasst worden war. Demgemäß gab es im damaligen System zahlreiche Probleme hinsichtlich unzureichender Abbildbarkeit von Krankheitsfällen und damit ungenügender Vergütung. Dieser Sachverhalt traf insbesondere schwerwiegende Krankheitsbilder, die überwiegend bei Maximalversorgern behandelt werden. Dem Prinzip des „lernenden Systems" folgend sollte in den Folgejahre über die Anpassung an deutsche Verhältnisse diese Schärfe nivelliert weden.Am Beispiel viszeraler Ischämien, die ein solches, initial ungenügend vergütetes Krankheitsbild darstellen, wird beispielhaft die Anpassungsarbeit durch Vergleich der DRG- Zuordnung und der Kostendaten mit den Erlösen der Jahre 2003, 2004 und, sobald entsprechende Grouper vorhanden sind, für das Jahr 2005 dargelegt.

Material und Methoden

Aus den im Jahr 2002 an das InEK gelieferten Kalkulationsdaten des Klinikum Krefeld, die neben den DRG-Daten auch die gemäß Kalkulationshandbuch der Selbstverwaltung ermittelten Kostendaten enthielten, wurden 9 Patienten mit auswertbaren Datensätzen ermittelt, die sich der Therapie einer viszeralen Ischämie unterziehen mussten. Diese Patienten stellen die Grundlage der weiteren Analyse dar. Es erfolgte die Gruppierung der Daten mit den Goupern der Jahre 2003 und 2004, sobald verfügbar wird die Gruppierung für 2005 nachgereicht.

Ergebnisse

Die nachfolgende Tabelle [Tab. 1] (Auszug) verdeutlicht die Zuordnung unserer Patienten sowie die Entwicklung der Erlöse. Die Gegenüberstellung der Kosten und Erlöse ergab zu Beginn im noch unangepassten DRG-System allein für die 9 betrachteten Patienten einen Verlust in Höhe von 42108,59 €. Damit ist belegt, dass die betrachtete Patientengruppe unter ökonomischen Aspekten eine Problemgruppe im DRG-System darstellte und für die zu Vermeidung von Nachteilen dringend eine Systemanpassung erforderlich war. Die Streuung über die verschiedene DRG ist Resultat der verschiedenen Therapieoptionen. Innerhalb der einzelnen DRG liegen die betrachteten Patienten im unwirtschaftlichen Bereich der Kostenverteilung: selbst die Patienten in der recht hoch vergüteten Beatmungs-DRG A06Z verursachten Verluste. Die gleichen Patienten wurden nun im System für 2004 neu berechnet, um den Verlauf der Systementwicklung darzustellen: nur 2 Patienten blieben in der gleichen DRG. Das durchschnittliche effektive Relativgewicht der betrachteten Patienten erhöhte sich um 1. Die Verluste reduzierten sich auf 17208,52 €.

Schlussfolgerung

Es ist zu erkennen, dass im ersten Jahr der Anpassung zwar ein Schritt in die richtige Richtung getan wurde, eine ausreichende Vergütung der hier beschriebenen Problemfälle allerdings noch nicht erreicht wurde. Die Betrachtung des Systems für 2005 wird zeigen, in wie weit diese positive Entwicklung bestand hat. Die Patienten mit viszeraler Ischämie stellen nur eine kleine Problemgruppe von vielen dar, dennoch ist deren exemplarische Verfolgung erforderlich, um langfristig Effekten wie dem sog. „Patientenpicking" oder die Vorenthaltung bestimmter Therapieoptionen zu vermeiden.