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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Methicillin resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) - Schreckgespenst im Krankenhaus: ein Screening - Programm zur Risiko - Evaluation

Meeting Abstract

  • corresponding author W. Nohl - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland
  • M. Scharmberg - Pflegedienstleitung der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland
  • B. Bachmann - Klinik für Anästhesie der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland
  • I. Cordts - Pflegedienstleitung der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland
  • K. Krenz-Weinreich - Medizinische Klinik der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland
  • T. Hütteroth - Medizinische Klinik der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland
  • A.M.F. Stenger - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland
  • C. Blöchle - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie der Sana Kliniken Lübeck GmbH - Krankenhaus Süd, Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3391

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch066.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Nohl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die gegen M-Penicilline (Methicillin, Flucloxacillin, Oxacillin) resistenten Staphylococcus aureus Stämme (MRSA) sind heute weltweit gefürchtete Erreger nosokomialer Infektionen. Bei entsprechender Durchseuchung mussten bereits Stationen, mitunter sogar ganze Krankenhäuser geschlossen werden. Um die aktuelle MRSA Prävalenz indem hiesigen Krankenhaus zu evaluieren, wurde ein Screeningprogramm durchgeführt

Material und Methoden

Im Mai des Jahres 2004 wurden 1099 konsekutive Patienten, die in unserem Krankenhaus stationär aufgenommen wurden, nach mündlicher Aufklärung und dokumentierter Zustimmung dem MRSA Screening unterzogen. Neben der Anamnese Untersuchung mit nachfolgender Zuordnung in verschiedene Risikokategorien wurde ein Nasenabstrich und gegebenenfalls ein repräsentativer Wundabstrich genommen. Die Auswertung der Abstriche erfolgte mitdem Oxacillin-Resistenz-Test und bei positivem Ergebnis dem Nachweis des mecA-Gens durch molekulare Amplifikation (PCR). Nach 10-tägigem Krankenhaus-Aufenthalt oder am Entlassungstag bei einer Verweildauer < 10 Tagen wurde ein Kontrollabstrich bei allen Patienten - gleichgültig ob der erste Abstrich positiv oder negativ war - entnommen. Gleichzeitig wurden am Tag des Studienbeginns allen Patienten auf Intensivstation (ITS) und bei jeder Aufnahme auf ITS oder Verlegung von ITS eine Abstrichserie in den typischen Körperregionen entnommen.

Ergebnisse

Unter den 1099 Patienten der Gesamtkohorte (mittlere Verweildauer 8,41 Tage) fanden sich bei 27 Patienten (2,46%) ein MRSA-positiver Abstrich, davon 19 Pat. bei stationärer Aufnahme (1,73%) und 8 Pat. nach initial negativem Abstrichergebnis bei dem Kontrollabstrich (0,74%). Lediglich 8 dieser insgesamt 27 Patienten (29,6%) konnten einer Risikokategorie zugeordnet werden. Auf ITS wurde MRSA bei 9,1% der Pat. nachgewiesen.

Schlussfolgerung

Die Analyse des Screening-Programms zeigt, dass der MRSA Druck in der hiesigen Region deutlich geringer ist als nach den Prognosen aufgrund der Literatur - Recherche befürchtet werden musste. Gleichzeitig haben sich die hiesigen Massnahmen zur allgemeinen Krankenhaushygiene und zum Umgang mit MRSA positiven Patienten offensichtlich bewährt, wenngleich die Rate der nosokomialer Besiedelung durch MRSA mit nur 0,74% acht Pat. zu viel bleiben.