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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

In-vivo Tissue Engineering von Fettgewebe zur Brustrekonstruktion: Ein wichtiger Schritt zur klinischen Anwendung

Meeting Abstract

  • corresponding author J.H. Dolderer - The Bernard O'Brien Institute of Microsurgery and Department of Plastic and Reconstructive Surgery, St. Vincent`s Hospital Melbourne
  • M.W. Findlay - The Bernard O'Brien Institute of Microsurgery and Department of Plastic and Reconstructive Surgery, St. Vincent`s Hospital Melbourne
  • J. Cooper-White - Department of Chemical Engineering, University of Melbourne, Australien
  • E.W. Thompson - The Bernard O'Brien Institute of Microsurgery and Department of Plastic and Reconstructive Surgery, St. Vincent`s Hospital Melbourne
  • N. Trost - Department of Medical Imaging, St Vincent's Hospital Melbourne
  • A. Penington - The Bernard O'Brien Institute of Microsurgery and Department of Plastic and Reconstructive Surgery, St. Vincent`s Hospital Melbourne
  • W.A. Morrison - The Bernard O'Brien Institute of Microsurgery and Department of Plastic and Reconstructive Surgery, St. Vincent`s Hospital Melbourne
  • G. Germann - Klinik für Plastische Chirurgie, Verbrennungen und Handchirurgie, BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Universität Heidelberg,

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3888

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch061.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Dolderer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Für die Rekonstruktion von kongenitalen und erworbenen Weichteildefekten werden grosse Gewebevolumina, hauptsächlich von Fettgewebe benötigt. Verschiedene neue Techniken des Tissue Engineerings zeigen vielversprechende Ergebnissse in der de-novo Herstellung von Fettgewebe, weisen jedoch Einschränkungen für grössere 3-dimensionale Gewebekonstrukte auf, wie sie z.B. für eine Brustrekonstruktion gebraucht werden. Besonders 3-dimensionale Gewebekonstrukte benötigen eine suffiziente Vaskularisierung für ihr Überleben, gerade im Hinblick auf eine in-vivo Transplantation.Ziel der Studie war es, an Hand eines Tiermodell unter Verwendung einer Wachstumskammer eine Methode zur de-novo Herstellung von grösseren Mengen von Fettgewebe zur Rekonstruktion von Weichteildefekten aufzubauen, bei der eine suffiziente Vaskularisierung und Langzeit-Stabilisation sowie eine Transplantierbarkeit des Fettgewebes sichergestellt ist, und die durch nicht-invasive Kernspintomographie kontrolliert werden kann.

Material und Methoden

In der tierexperimentellen Studie wurde zuerst in der Ratte ein vaskularisierter adipofascialer Lappen mit einem Scaffold in eine Wachstumskammer (1,7ml) eingebracht. Der adipöse Gewebeanteil betrug nur ca. 4% des Kammervolumens. Anschliessend wurde die Methode im Schwein mit einer Wachstumskammer von 78ml Volumen mit anschliessender gestielter Transplantation angewandt. Durch die nicht-invasive Methode der Kernspintechnik konnte das Gewebewachstum und Vaskularisierung in der Kammer kontrolliert werden.

Ergebnisse

In einem Zeitraum von 12 Wochen füllte sich die Kammer mit neuem, gut vaskularisierten Fettgewebe auf einen Anteil von ca. 60%. Die Kernspintechnik konnte zu jedem Zeitpunkt deutlich die Perfusion im vaskularisierten Fettgewebe nachweisen und zwischen neuem Gewebe und restlichem Scaffold differenzieren. Die Histologie bestätigte die Hyperplasie des reifen Fettgewebes. Hypertrophische Veränderung waren nicht nachweisbar. Desweiteren zeigte das neue Fettgewebe nach erfolgter Transplantation ausserhalb der Wachstumskammer sehr gute Stabilität und keine fibrotische Veränderungen.

Schlussfolgerung

Diese Studie stellt eine erfolgsversprechende Methode vor, in welcher Techniken des Tissue Engineerings für die Produktion von signifikanten Mengen an reifem, vaskularisiertem und potenziell transplantierbarem Fettgewebe vorhanden sind. Sie ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung eines dauerhaften autogenen Weichteilersatz und aufgrund des erzielten Volumens von stabilem Fettgewebe in Richtung einer klinischen Anwendung.Unterstützt von DFG (DO 739/1-1)