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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Stellenwert organerhaltener Operationstechniken bei traumatischer Milzruptur

Vortrag

  • presenting/speaker Matthias Birth - Klinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • P. Hildebrand - Klinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • R. Keller - Klinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • S. Farke - Klinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • H.P. Bruch - Klinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0514

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch613.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Birth et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Zunehmende Kenntnisse über die immunologischen Funktionen der Milz haben den Organerhalt nach traumatischer Läsion von Bedeutung werden lassen.

Material und Methoden

Über einen Zeitraum von 13 Jahren wurden in der chirurgischen Universitätsklinik Lübeck 189 Patienten mit einer nachgewiesenen stumpfen Milzruptur unterschiedlicher Schweregrade operativ behandelt. Ein milzerhaltenes Vorgehen (Thermokoagulation, Naht, Klebung, Netzimplantation, partielle Milzresektion und Kombinationstechniken) wurde über den gesamten Zeitraum bei 66 Patienten (35%, Gruppe 1) gewählt. 3 Patienten wurden dabei laparoskopisch versorgt. 123 Patienten entsprechend 65 % (Gruppe 2) mussten primär splenektomiert werden.

Ergebnisse

Bei 4 Patienten der Gruppe 1 war eine Revisionsoperation erforderlich (2 x Reklebung, 2 x Splenektomie). Darüber hinaus gab es keine eingriffsspezifischen Komplikationen, während 3 Patienten der Gruppe 2 eine passagere Pankreasfistel entwickelten. Der Anteil milzerhaltener Eingriffe nahm über den Untersuchungszeitraum stetig zu und liegt im aktuellen Kalenderjahr bei 60%.

Schlussfolgerung

Unter Berücksichtigung der chirurgischen Segmentanatomie der Milz und Ausnutzung der im Vortrag ausführlich dargestellten operativ-technischen Möglichkeiten, ist auch bei höhergradigen Milzrupturen ein organerhaltenes Vorgehen mit hoher Erfolgsrate möglich. Kleinere Läsionen können bei Kreislaufstabilität und günstiger Lokalisation auch laparoskopisch versorgbar sein. Die Splenektomie sollte kompletten Organzertrümmerungen bzw. Situationen mit Kreislaufinstabilität bei lebensbedrohlichen Begleitverletzungen vorbehalten bleiben.