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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Indikationen zur ERCP in Pädiatrie und Kinderchirurgie

Poster

  • presenting/speaker Konrad Reinshagen - Sektion Endoskopie der Chirurgischen Klinik Mannheim, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg
  • U. Subotic - Kinderchirurgische Klinik des Klinikum Mannheim
  • C. Buch von - Kinderklinik des Klinikum Mannheim
  • B.C. Manegold - Sektion Endoskopie der Chirurgischen Klinik Mannheim, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg
  • G. Kähler - Sektion Endoskopie der Chirurgischen Klinik Mannheim, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0785

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch595.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Reinshagen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Endoskopisch Retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) ist die einzige Methode, mit der die Anatomie des Gallen- und Pankreasganges exakt dargestellt werden kann und die gleichzeitig therapeutische Möglichkeiten bietet. Anhand einer retrospektiven Studie sollen die Indikationen zur ERCP im Kindesalter überprüft werden.

Material und Methoden

Von 1993-2003 wurden in der Abteilung für Chirurgische Endoskopie des Klinikum Mannheim 54 ERCPs an 43 Kindern durchgeführt. Das mittlere Alter der Patienten lag bei 8,3 Jahren ( 4 Monate bis 14 Jahre ). Alle Untersuchungen wurden in Intubationsnarkose durchgeführt. Die Komplikationen sowie der weitere Krankheitsverlauf wurden anhand der Krankenakten retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse

17 Kinder wurden wegen erweiterter Gallenwege untersucht. 5 Kinder hatten eine Choledocholithiasis, bei denen eine Papillotomie mit Steinextraktion durchgeführt wurde. 2 Patienten hatten eine iatrogene DHC Stenose, die mittels Stent versorgt wurde, 1 Patient hatte ein Rhabdomyosarkom der Gallenwege. Bei 5 Patienten wurde die Diagnose einer Choledochuszyste bestätigt. Bei 4 Kindern wurde die klinischerseits vermutete Diagnose einer primär sklerosierenden Cholangitis bestätigt. 18 Kinder wurden wegen rezidivierender Pankreatitiden untersucht. 6 ERCPs waren unauffällig. 4 Kinder hatten eine Pankreatikolithiasis bei Common Channel, 4 hatten eine unklare Pankreatikusstenose bei Verschmelzungsanomalie. Von 4 Pankreaszysten stellten sich 3 als kommunizierende Zysten heraus. 3 ERCPs wurden posttraumatisch bei Verletzung des Gallengang- und Pankreasgangsystem durchgeführt. Nach diagnostischer Klärung mittels ERCP wurde 1 Patient operativ versorgt, in 2 Fällen heilte die Verletzung konservativ aus. Nicht oder nur partiell erfolgreich waren 5 ERCPs. An Komplikationen waren bei einem Kind ein KM-Extravasat bei 2 Kinder eine passagere asymptomatische Lipaseerhöhung zu verzeichnen.

Schlussfolgerung

In der Diagnostik des hepatobiliären- und des Pankreasgangsystems im Kindesalter wird die ERCP mangels Expertise häufig nicht durchgeführt. Dabei ist in geübten Händen die Komplikationsrate keinesfalls höher als bei erwachsenen Patienten (4,5-8%). Neben den therapeutischen ERCPs zur Vermeidung operativer Interventionen ist die ERCP auch im Kindesalter der Goldstandard zur morphologischen Darstellung des Gallengang- oder Pankreasgangsystem. Dabei sind die Hauptindikationen unklare Befunde in der Bildgebung, morphologische Zuordnung von Oberbauchzysten, posttraumatische Veränderungen oder nicht zu klärende rezidivierende Pankreatitiden.