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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Transmediastinale Ösophagektomie und Rekonstruktion durch Magenhochzug nach Ösophagusperforation bei HIV-Patienten mit Kaposi-Sarkom

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  • presenting/speaker Selim Yavuzyasar - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln, Deutschland
  • D.S. Stippel - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln, Deutschland
  • A.H. Hölscher - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1451

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch528.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Yavuzyasar et al.
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Gliederung

Text

Fallbeschreibung

Anamnese:Ein 41-jähriger HIV-positiver Patient wurde im März 2003 wegen Schluckstörungen bei Ösophagusstriktur und Soorösophagitis stationär aufgenommen. Nach gastroskopisch gesicherter 1 cm langer Stenose des Ösophagus bei 30 cm wurde eine Bougierung durchgeführt. Hierbei kam es zu einer Perforation in Höhe der Stenose, sodass ein Stent in regelrechte Position - von 28 cm ab Zahnreihe bis 2 cm in den Magen reichend - implantiert wurde. Am 3. Tag der Intervention zeigte sich ein linksseitiger Pleuraerguss mit einem Temperaturanstieg bis 39,6°C. Die Röntgenkontrolle zeigte eine Leckage auf Höhe des Stents. Nach Drainage und antibiotischer Behandlung der Mediastinitis kam es zu einer Ausheilung mit einem komplikationslosem weiterem Verlauf. Bei der Entfernung des Stents nach 8 Wochen kam es zu einem Ösophagusabriss, der notfallmässig operiert werden musste.

Operation und Verlauf: Über eine cervikalen Zugang fand man zunächst nur altes Hämatom, der proximale Ösophagusanteil war nach intraluminal eingezogen und nach proximal luxiert. Am Magen fand sich noch ein 6 cm langer Ösophagusrest, der in einer alten Granulation endete. Es erfolgte eine Ösophagektomie und Kontiniutätswiederherstellung durch Magenhochzug (Schlauchmagen) mit cervikaler Anastomose. Der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Die Röntgendarstellung zeigte regelrechte Anastomosenverhältnisse mit freiem Kontrastmittelabfluss. Der Patient ist 3 Monate postoperativ beschwerdefrei .

Schlussfolgerung

Bei einer kurzstreckigen Ösophagusperforation ist eine Stent-Anlage eine gute Wahl der Therapie. In diesem Fall hatte der Stent die Perforation überbrückt, es kam jedoch nicht zu einer Ausheilung. Ursächlich hierfür könnte die HIV-Erkrankung des Patienten mit histologisch gesichertem Kaposi-Sarkom sein.