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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Endoskopisch kontrollierte abdominoperineale Enddarmrekonstruktion bei anorektalen Fehlbildungen

Vortrag

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  • presenting/speaker Clemens-Magnus Meier - Kinderchirurgische Klinik des Universitätsklinikums Münster, Münster, Deutschland
  • G.H. Willital - Kinderchirurgische Klinik des Universitätsklinikums Münster, Münster, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0782

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch507.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Meier et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Bei der Rekonstruktion supralevatorischer anorektaler Fehlbildungen kommt es im Wesentlichen darauf an, die Wiederherstellung des Enddarms innerhalb der Beckenbodenmuskulatur/Schließmuskulatur durchzuführen. Unter Zuhilfenahme der intraoperativen Endoskopie ist eine direkte Sichtbarmachung der Puborektalismuskulatur möglich.

Material und Methoden

Wir berichten über die Kontinenzergebnisse von 18 Kindern (Nachuntersuchungszeitraum 5,8 Jahre postoperativ), die mit einer supralevatorischen Analatresie zur Welt kamen und bei denen die Rekonstruktion des Enddarms durch Visualisation der Puborektalisschlinge mit Hilfe endoskopischer Technik erzielt wurde. Hierzu wurde nach vorausgegangener Kolostomie intraoperativ das Endoskop in den distalen Dickdarmanteil plaziert. Von einem perinealen Zugang erfolgte unter Faraday´scher Kontrolle der perinealen Muskelelemente eine Freipräparation in Richtung Rektum, wobei das Licht des Endoskops im Dickdarm eine wichtige Orientierungshilfe darstellte. Dies ermöglichte zwischen lichtdurchlässigem transparentem Fettgewebe und bräunlich schimmernden bogenförmig verlaufenden Muskelelementen zu unterscheiden. Dadurch war es möglich ohne Durchtrennung und ohne Reanastomosierung von Muskelelementen eine abdominoperineale Rekonstruktion des Enddarms intrapuborektal durchzuführen. Der Eingriff wurde durch eine Inversionsproktoplastik nach Nixon beendet.

Ergebnisse

Die Kontinenzergebnisse (im Durchschnitt 5,8 Jahre nach der endoskopisch-kontrollierten endopubrektalen Enddarmrekonstruktion), überprüft durch die anorektale Sektormanometrie, durch den endoanalen Ultraschall und durch die Funktionsendoskopie im Enddarm, ergaben: kontinent 12 Kinder, teilkontinent 6 Kinder, inkontinent kein Kind.

Schlussfolgerung

Das minimal invasive Vorgehen bei der Rekonstruktion des Enddarms bei supralevatorischen anorektalen Fehlbildungen unter endoskopischer Hilfe stellt ein Verfahren dar, bei dem die Puborektalis-/Levatormuskulatur unter direkter Sicht erkannt werden kann und ohne Durchtrennung der Muskel-/Bindegewebselemente die Enddarmrekonstruktion vorgenommen werden kann.