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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Problematik der häufigen Änderungen der TNM-Klassifikation beim Pankreaskarzinom

Poster

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  • presenting/speaker Susanne Merkel - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen
  • T. Meyer - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen
  • W. Hohenberger - Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0742

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch492.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Merkel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die anatomische Ausbreitung vor Therapie, klassifiziert nach der TNM-Klassifikation der UICC, ist neben der R-Klassifikation gegenwärtig der wichtigste Prognosefaktor beim Pankreaskarzinom. Kurzfristige Änderungen dieses Stagingsystems, wie sie nach 1987 in den Jahren 1997 und 2002 stattgefunden haben, führen zu erheblichen Problemen.

Material und Methoden

Die Daten von 272 Patienten mit einem duktalen Pankreaskarzinom, die zwischen 1978 und 1997 reseziert worden waren, wurden analysiert. Dabei wurde untersucht, wie viele Patienten von der Verschiebung der einzelnen Kategorien (pT, pN, Stadium) der TNM-Klassifikationen von 1987, 1997 und 2002 betroffen waren und wie sich die Prognose (beobachtete 2-Jahres-Überlebensraten (2-JÜR)) der Patienten in den einzelnen Stadien der verschiedenen Klassifikationen unterscheidet.

Ergebnisse

Innerhalb der pT-Kategorie werden 1997 265 Tumoren (97%) einer höheren pT-Kategorie zugeordnet als 1987, davon werden 70 (26%) in der Klassifikation von 2002 wieder in eine niedrigere Kategorie zurückgestuft. Die Kriterien für pT4 in der Klassifikation von 2002 werden für keinen resezierten Patienten erfüllt. Die Kategorie pN1 (n=206) wird 1997 in pN1a (n=40) und pN1b (n=166) unterteilt; dies wird 2002 wieder rückgängig gemacht. Die M-Kategorie ändert sich nicht. Bei der pathologischen Stadieneinteilung werden 1997 87 Tumoren (32%) einem höheren Stadium zugeordnet als 1987. In der Klassifikation von 2002 werden 151 (56%) nun einem niedrigeren Stadium zugeordnet. Dem Stadium III kann kein resezierter Patient zugeordnet werden. Bezüglich des Überlebens können die Klassifikationen von 1987 und 1997 vor allem Untergruppen von Patienten mit besserer Prognose identifizieren. Die Klassifikation von 1987 ordnet 54 Patienten dem Stadium I und 8 Patienten dem Stadium II zu, mit beobachteten 2-JÜR von 53% und 43% (jede R-Klassifikation eingeschlossen). Bei der Klassifikation von 1997 sind es 12 und 42 Patienten mit 2-JÜR von 67% und 49%. Die Klassifikation von 2002 beinhaltet im Stadium I die gleichen 12 Patienten wie die Klassifikation von 1997, fasst im Stadium II allerdings 193 Patienten (71% aller resezierten Patienten) zusammen. Diese Gruppe stellt ein sehr inhomogenes Krankengut dar, das mit einer beobachteten 2-JÜR von nur 23% eine ungünstige Prognose aufweist.

Schlussfolgerung

Kurzfristige Änderungen der TNM-Klassifikation beim Pankreaskarzinom führen zu Schwierigkeiten hinsichtlich der Dokumentation. Eine Konversion in die verschiedenen Stagingsysteme ist nur möglich, wenn die zugrunde liegenden Ausgangsbefunde detailliert erfasst wurden. Langfristige Trends und der Wert neuer Therapiekonzepte können nur beurteilt werden, wenn die Therapieergebnisse über längere Zeit vergleichend registriert werden. Analyse und Vergleiche publizierter Therapieergebnisse werden bei zu häufigem Wechsel der Klassifikationen nahezu unmöglich gemacht.