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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Wirksamkeit von niederenergetisch, gepulstem Ultraschall im Falle einer Humerusverlängerung nach kindlicher Osteitis und konsekutiver Oberarmverlängerung von 10 cm : eine Fallvorstellung

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  • presenting/speaker Marcel Dudda - Chirurgische Klinik und Poliklinik Bergmannsheil, Ruhr-Universität-Bochum
  • S.A. Esenwein - Chirurgische Klinik und Poliklinik Bergmannsheil, Ruhr-Universität-Bochum
  • F. Hopf - Chirurgische Klinik und Poliklinik Bergmannsheil, Ruhr-Universität-Bochum
  • G. Muhr - Chirurgische Klinik und Poliklinik Bergmannsheil, Ruhr-Universität-Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0566

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch465.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Dudda et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Durch die Anwendung von niederenergetisch, gepulstem Ultraschall konnte sowohl klinisch als auch experimentell eine Beschleunigung der Frakturheilung und Regeneratbildung bei der Kallusdistraktion nachgewiesen werden. Im vorliegendem Fall wurde die Stimulation der Knochenbildung bei einer Distraktionsstrecke von 10 cm am Oberarm von Beginn an durchgeführt.

Material und Methoden

Es handelt sich um eine 18 jährige Patientin, die im Säuglingsalter eine Osteitis des rechten Oberarms nach Panaritium des 3. und 4. Fingers der rechten Hand erlitt. Im Verlauf des Wachstums kam es zu einer Oberarmverkürzung rechts von 10 cm. Es erfolgte die Distraktionsosteogenese mittels Regazzoni-Fixateur, wobei 81 Tage transportiert wurde. Die Ultraschalltherapie wurde bereits bei Transportbeginn angewendet, sodass die Gesamtlänge der Ultraschallanwendung 6 Monate betrug. Die Fixateur-Tragezeit lag bei 7 Monaten, wobei die Patientin für weitere 2 Monate ein Oberarmbrace trug. Im hier beschriebenen Fall wurde zur Unterstützung der Regeneratbildung eine ambulante Therapie mit niederenergetisch, gepulstem Ultraschall (Frequenz 1,5 MHz, gepulst mit 1 kHz, Signaldauer 200 µs, Intensität 30 mW / cm2, Zeitdauer 20 min / täglich) durchgeführt, wobei die Platzierung des Schallkopfes über der Distraktionszone erfolgte. Die Beurteilung der Knochenneubildung erfolgte alle 3 - 4 Wochen in Form sonographischer und radiologischer Kontrolluntersuchungen im Rahmen der ambulanten Wiedervorstellung der Patientin in unserer Klinik.

Ergebnisse

Von Beginn an zeigte sich eine regelrechte Distraktion ohne Zeichen eines Regeneratversagens oder anderer Komplikationen. Der Transport dauerte insgesamt 81 Tage bei einer Ultraschall-Anwendung von 6 Monaten. Ein negativer Einfluß der Therapie mit niederenergetisch, gepulstem Ultraschall wurde nicht beobachtet. Der Verlängerungs-Index nach Paley betrug 0,5 Mo/cm. Im Vergleich zu den in der Literatur angegebenen Werten ergibt sich hier eine deutliche Verkürzung der Behandlungszeit.

[Abb. 1]

Schlussfolgerung

Die Therapie mit niederenergetisch, gepulstem Ultraschall kann die Knochenneubildung bei der Kallusdistraktion auch von Beginn der Distraktion an unterstützen und nicht nur in Fällen des drohenden Regeneratversagens beschleunigen. Insbesondere bei langen Distraktionsstrecken stellt sie ein sinnvolles Adjuvans dar.