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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Fibroseprogression bei Hepatitis C positiven Patienten nach Lebertransplantation

Vortrag

  • presenting/speaker Ulf Peter Neumann - Abt. für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Charité, Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • T. Berg - Abt. für Gastroenterologie und Hepatologie, Charité, Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • M. Bahra - Abt. für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Charité, Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • J.M. Langrehr - Abt. für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Charité, Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • P. Neuhaus - Abt. für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Charité, Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1234

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch457.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Neumann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Hepatitis C (HCV) assoziierte Leberzirrhose ist die häufigste Indikation für eine Lebertransplantation (OLT). Im Verlauf nach der Transplantation kommt es regelhaft zu einer Reinfektion mit HCV, die in 8-40% der Fälle zu einer erneuten Zirrhose führt. Ziel dieser Studie war es den Verlauf der HCV Reinfektion nach OLT zu analysieren und Risikofaktoren für einer schnelleren Progress zu identifizieren.

Material und Methoden

Insgesamt wurden 232 Transplantationen bei HCV positiven Empfängern durchgeführt. 183 Empfänger (117 männlich/66 weiblich; medianes Alter 53 Jahre), die wegen einer HCV assoziierten Zirrhose transplantiert wurden, und eine Routienebiopsie mehr als 1 Jahr nach OLT hatten, wurden auf Fibroseprogress untersucht. Insgesamt wurden 1039 Leberbiopsien nach 1-, 3-, 5-, 7- und 10 Jahren nach OLT durchgeführt, und nach dem Scheuer-Score eingeteilt.

Ergebnisse

Die Fibroseprogression in der Studienpopulation war nicht linear. Der Fibrosescore war 1,2 nach einem, 1,7 nach drei, 1,9 nach fünf, 2,1 nach sieben und 2.2 nach 10 Jahren nach OLT. Die 39 Empfänger mit einer schnelleren Progression und Fibrosegrad 3 oder 4 nach einem Jahr hatten ein signifikant verschlechtertes Translantatüberleben. Unabhängige Risikofaktoren für eine schnellere HCV assoziierte Fibroseprogression waren der HCV-Genotyp 1 und 4 (p=0.01) und das Spenderalter über 40 Jahre. Wiederum das Spenderalter und die mehrfache Applikation von Steroidbolustherapien korrelierten signifikant mit einer erhöhten Rate von Leberzirrhosen. (30/183 Empfänger [16%]). Weiterhin zeigte sich, daß die cholestatische fibrosierende Form des HCV-Rezidives mit konsekutivem Transplantatverlust andere Risikofaktoren aufweist als die erneute Zirrhose. Bei der fibrosierenden cholestatischen Hepatitis C nach OLT lag eine signifikant niedrigere Anzahl von HLA Kompatibilitäten und ein jüngeres Spenderalter vor.

Schlussfolgerung

Diese Analyse zeigt, daß die Fibroseprogression nicht, wie in der Literatur beschrieben, linear verläuft. Insbesondere bei Patienten, die mehrfach eine Abstoßungstherapie mit Steroiden oder einen Spender über 40 Jahre hatten, sollten engmaschig Untersuchungen zum Ausschluß eines HCV-Rezidives erhalten. Für die cholestatischen fibrosierenden Formen liegen andere Risikofaktoren, als bei rezidivierten Zirrhosen vor.