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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Orale Glucosetoleranz im Langzeitverlauf nach kombinierter Nieren-Pankreastransplantation mit portalvenöser und enteraler Drainage

Vortrag

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  • presenting/speaker Bernd Kortmann - Chirurgische Universitätsklinik Rostock
  • A. Pirzkall - Chirurgische Universitätsklinik Rostock
  • W. Schareck - Chirurgische Universitätsklinik Rostock

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1211

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch456.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Kortmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Technik der portalvenösen Drainage (PVED) bei der kombinierten Nieren-Pankreastransplantation wurde eingeführt, nachdem bei systemisch (caval) drainierten Empfängern erhöhte periphere Insulinspiegel (Hyperinsulinämie) berichtet wurden. Durch den bei der portalen Drainage erhaltenen first-pass-effect sollte ein physiologischerer Glucosemetabolismus ermöglicht werden.

Material und Methoden

Von 5/1995 bis 9/2003 wurden von 108 simultanen Niere-Pankreas-Transplantationen 78 in PVED-Technik ausgeführt. Der Glucosemetabolismus wurde bei einigen im Langzeitverlauf prospektiv untersucht. In einer zufällig generierten Untergruppe der in PVED-Technik transplantierten Patienten wurden ein (n = 12) und zwei (n = 11) Jahre nach Transplantation standardisierte orale Glucosetoleranztests mit Messung des peripher-venösen Insulins durchgeführt. Alle Patienten waren frei von exogenem Insulin.

Ergebnisse

Die medianen 120-Min.-Werte betrugen 5,8 ± 1,2 mmol/l bzw. 6,1 ± 1,2 mmol/l nach einem bzw. zwei Jahren. Im Verlauf der Tests traten keine symptomatischen Hypoglykämien auf. Jeweils drei Patienten hatten eine eingeschränkte Glucosetoleranz nach WHO (120-Min.-Wert 7,8 - 11 mmol/l), je ein Patient trotz physiologischer Nüchternblutzuckerwerte einen Diabetes nach WHO-Kriterien (120-Min.-Wert > 11 mmol/l). Die max. Insulinkonzentration fand sich bei beiden Gruppen 60 min. nach oraler Glucosebelastung bei 67,9 ±13,7 µU/ml bzw. 67,2 ± 11,6 µU/ml. Dies liegt geringfügig über den berichteten Werten nichtdiabetischer Personen im oGTT, vermeidet aber den Hyperinsulinismus systemisch drainierter Transplantate.

Schlussfolgerung

Mit der PVED-Technik bei kombinierter Nieren/Pankreastransplantation lässt sich ein physiologischer Glucosemetabolismus erzielen, der auch im Langzeitverlauf reproduzierbar stabil bleibt.