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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

7 Jahre laparoskopische Sigmaresektion bei der Divertikulitis : was bleibt?

Poster

  • presenting/speaker Stefan Willis - Chirurgische Universitätsklinik der RWTH Aachen
  • F. Ulmer - Chirurgische Universitätsklinik der RWTH Aachen
  • T. Fell - Chirurgische Universitätsklinik der RWTH Aachen
  • A. Tittel - Chirurgische Universitätsklinik der RWTH Aachen
  • V. Schumpelick - Chirurgische Universitätsklinik der RWTH Aachen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1231

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch383.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Willis et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die laparoskopische Sigmaresektion bei der unkomplizierten Divertikulitis hat in der Hand von Experten sehr gute Ergebnisse erbracht. Deshalb wurde sie an unserer Klinik im Lauf der letzten Jahre zunehmend das Standardverfahren bei der elektiven Sigmaresektion wegen Divertikulitis. Am Ende dieser Entwicklung soll nun retrospektiv geklärt werden, inwieweit die propagierten Vorteile der Methode im Alltagsbetrieb einer großen Klinik mit vielen Operateuren tatsächlich Bestand haben.

Material und Methoden

Von 1/1996 bis 12/2002 wurden an unserer Klinik 126 offene (OR) und 142 laparoskopische elektive Sigmaresektionen (LR) von insgesamt 37 Operateuren durchgeführt. Anhand der Klinikakten wurden Komplikationen und Dauer des Eingriffs, Kostaufbau und Schmerzmedikation evaluiert. Allen Patienten wurde aktuell ein standardisierter Fragebogen zugesandt, in dem nach Dauer der Arbeitsunfähigkeit, Rezidiven und Narbenhernienentstehung gefragt wurde. Zusätzlich wurde die aktuelle Lebensqualität nach dem Eypasch-Score ermittelt. Das Follow-up nach OR betrug 50 (5-89) und nach LR 27 (6-87) Monate.

Ergebnisse

Die Patienten in beiden Gruppen unterschieden sich nicht signifikant voneinander. Die mediane Op-Dauer betrug 150 Minuten bei LR und 130 Minuten bei OR (p<0,0001).Die Konversionsrate bei LR betrug 5%. Die Morbidität nach OR betrug 33%, die Anastomoseninsuffizienzrate 6%. Nach LR waren diese mit 29% und 5% nicht signifikant verschieden. Ebenfalls keine Unterschiede gab es bezüglich Anastomosenstenosen und -blutung, Ileus und kardiopulmonalen Komplikationen. Ein Patient nach OR verstarb an einer fulminanten Lungenembolie, nach LR kam es in 3 Fällen zu einer Verletzung von Blase oder Ureter. Der erste Stuhlgang ereignete sich nach 4 (2-11) Tagen bei LR und 5 (1-10) Tagen nach OR (p=0,002). Dennoch war der Kostaufbau in beiden Gruppen im Median erst am 9. p.o. Tag abgeschlossen. Die Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgte dementsprechend nach 16 (6-57) bzw. 14 (7-47) Tagen (n.s.). Nach LR brauchten die Patienten signifikant weniger Schmerzmittel (p=0,007). Jeweils 26% der Patienten beider Gruppen waren über den stationären Aufenthalt hinaus noch arbeitsunfähig. Unterschiede in der p.o. Lebensqualität waren nicht nachweisbar (102 (48-129) vs. 106 (63-128). 4% der Patienten nach LR und 6% nach OR klagten über rezidivierende Unterbauchschmerzen, wobei ein Patient nach OR wegen eines Divertikulitisrezidivs reoperiert werden musste. 12% der Patienten nach OR entwickelten bislang eine Narbenhernie im Gegensatz zu nur 2% nach LR (p=0,004).

Schlussfolgerung

Die propagierten Vorteile der LR bezüglich Kostaufbau und kürzerer Liegedauer kamen aufgrund des tradierten langsamen Kostaufbaus nicht zum tragen. Die bessere Kosmetik, der geringere Schmerzmittelbedarf und vor allem die geringere Narbenhernieninzidenz rechtfertigen bei gleicher Morbidität die Anwendung der laparoskopischen Technik als Standard bei der unkomplizierten Sigmadivertikulitis.