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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Vergleich zweier Verfahren zur Therapie des Verschlussikterus beim Pankreaskopfkarzinom

Poster

  • presenting/speaker Thomas Mundel - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universität Münster, Münster, Deutschland
  • A. Brinkmann - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universität Münster, Münster, Deutschland
  • C. Schleicher - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universität Münster, Münster, Deutschland
  • H. Wolters - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universität Münster, Münster, Deutschland
  • D. Tübergen - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universität Münster, Münster, Deutschland
  • N. Senninger - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universität Münster, Münster, Deutschland
  • M. Colombo-Benkmann - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universität Münster, Münster, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0622

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch333.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Mundel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

In der Therapie des Verschlussikterus bei Pankreaskopfkarzinom, konkurrieren operative mit interventionellen Verfahren. Ziel der retrospektiven Untersuchung war der Vergleich von Prozess- und Ergebnisqualität von operativ angelegter biliodigestiver Anastomose (BDA) mit einer endoskopisch implantierten transpapillären Cholangiodrainage (TPCD).

Material und Methoden

Von 1990 bis 2000 wurde bei Verschlussikterus bei inoperablem Pankreaskopfkarzinom entweder eine BDA im Rahmen der operativen Exploration angelegt (m:w 15:4; 58 a [40-73]), wobei 14 Patienten präoperativ eine TPCD erhalten hatten, oder nach operativer Exploration die präoperativ durchgeführte TPCD belassen (n=23) bzw. postoperativ neu implantiert (n=3) (m:w 19:7; 63 a [39-73]. Zielgrößen waren therapiebedingte Komplikationen, Therapieerfolg, Reinterventionen und posttherapeutische Komplikationen. Alle Patienten verstarben tumorbedingt bei einer medianen Überlebenszeit von 11.7 Monaten [2-29] bzw. 6.9 Monaten [1-23] (p<.001).

Ergebnisse

Gründe der Inoperabilität waren eine retroperitoneale bzw. Gefäßinfiltration bei 18 (95%) (BDA Gruppe) bzw. 25 (96%) (TPCD Gruppe) Patienten, 7 (37%) bzw. 9 (35%) Patienten hatten Fernmetastasen. Therapiebedingte Komplikationen traten bei 2 BDA Patienten, jedoch bei keinem TPCD Patienten auf (p>.05). Der präoperative Bilirubinwert betrug in der BDA Gruppe, trotz präoperativer TPCD bei 14 Patienten, 8.6 mg/dl [3.1-20.7], der präinterventionelle Wert in der TPCD Gruppe 9.7 mg/dl [1.2-25.3] (p>.05) der nach 10 Tagen [3-48] bzw. 15 Tagen [1-38] in beiden Gruppen signifikant (p<.0001) auf einen minimalen Wert von 2 mg/dl [0.4-5.0] bzw. 2.2 mg/dl [0.2-14.2] (p>.05) abfiel. In der BDA Gruppe erreichten 14 Patienten (74%) ein normwertiges Bilirubin, in der TPCD Gruppe 12 Patienten (46%) (p=.077). Ein obstruktionsbedingter Rezidivikterus trat bei 2 (10.5%) BDA und 10 (38.5%) TPCD Patienten (p=.046) auf, eine Cholangitis bei 3 bzw. 5 Patienten (p>.05). Reinterventionen erfolgten bei einem einzigen (5%) BDA Patienten, während bei 15 (58%) TPCD Patienten ein Drainagenwechsel notwendig war (p=.001). Bei 10 Patienten erfolgte der Stentwechsel einmal, bei 5 Patienten mehrfach.

Schlussfolgerung

Sowohl durch BDA als auch TPCD kann ein maligner Verschlussikterus bei Pankreaskopfkarzinom effektiv behandelt werden. Allerdings erreichen nach BDA tendenziell mehr Patienten ein normwertiges Bilirubin. Entscheidender Vorteil der BDA ist die geringe Rate eines Rezidivikterus, wohingegen mehr als die Hälfte der TPCD okkludiert, mit der Konsequenz z.T. mehrfacher Reinterventionen. Aufgrund der geringen durch die Anlage einer BDA bedingten operativen Morbidität, sollte bei Patienten im Rahmen einer operativen Exploration die Anlage einer BDA dem Belassen der präoperativ angelegten bzw. der postoperativ angelegten TPCD vorgezogen werden.