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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Lymphknotenmetastasierung beim Magenfrühkarzinom : Analyse eines 15-Jahres-Zeitraums

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  • presenting/speaker Andreas Imdahl - Chirurgische Universitätsklinik Freiburg, Abt. Allgemein- u. Viszeralchirurgie mit Poliklinik
  • O. Drognitz - Chirurgische Universitätsklinik Freiburg, Abt. Allgemein- u. Viszeralchirurgie mit Poliklinik
  • A. Fischer - Chirurgische Universitätsklinik Freiburg, Abt. Allgemein- u. Viszeralchirurgie mit Poliklinik
  • U.T. Hopt - Chirurgische Universitätsklinik Freiburg, Abt. Allgemein- u. Viszeralchirurgie mit Poliklinik

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0543

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch312.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Imdahl et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Auch in den westlichen Ländern wird eine stetige Zunahme an Magenfrühkarzinomen (EGC) beobachtet, allerdings ist die Frequenz nicht mit der asiatischer Länder vergleichbar. Die in Japan schon lange Jahre geübten endoskopischen Resektionsverfahren haben sich bei uns noch nicht durchgesetzt, auch aus Sorge übersehener Lymphknotenmetastasen.

Material und Methoden

Wir haben daher Daten von 81 Patienten mit einem EGC analysiert, die zwischen 1987 und 2003 operiert wurden. Das Durchschnittalter der 34 Frauen und 47 Männer betrug 63 Jahre. Bei 2,4% der Patienten lag ein Doppelkarzinom vor. Über die Jahre hat sich der Anteil der EGC an den operierten fortgeschrittenen Magenkarzinomen verdoppelt (20 % in 2002). Bei 70,4 % der Patienten erfolgte eine Gastrektomie, eine Magenresektion bei 28,4 % und eine lokale Abtragung bei einem Patienten. Eine Lymphadenektomie des Kompartment II (LAD II) erfolgte bei 30% der magenresezierten Patienten und bei 65 % der gastrektomierten Patienten. Bei 38 % lag ein intestinaler Typ, bei den übrigen ein diffuser bzw. Mischtyp vor. Bei 66% der Patienten lag ein T1b Stadium vor.

Ergebnisse

Insgesamt 16/81 (20,8 %) Patienten wiesen Lymphknotenmetastasen auf (3,6 % pT1a und 30,6 % pT1b). Das Gesamtüberleben betrug 82% (5-Jahre), 61% (10-Jahre) und 55% (15-Jahre). Ein signifikanter Unterschied zwischen pT1a und pT1b Karzinomen ließ sich nicht berechnen, auch wenn Patienten mit einem T1a Karzinom eine höhere Langzeitüberlebensrate aufwiesen (12,2 Jahre im Mittel vs. 11 Jahre). Der Einfluss des Lymphknotenstatus war deutlich (12,1 Jahre pN0 vs. 9 Jahre pN+). Ein signifikanter Einfluss der Lymphadenektomie konnte nicht nachgewiesen werden, allerdings lebten Patienten nach LAD II (pT1b) länger (pT1a: 11,9 Jahre LAD I im Mittel vs 12,1 LAD II; pT1b: 7,9 LAD I vs. 11,7 Jahre LAD II).

Schlussfolgerung

Die Daten bestätigen, dass eine Lymphknotenbeteiligung beim EGC (T1b) keineswegs selten ist, nur bei dem auf die Mukosa beschränkten Karzinom (T1a) scheint ein pN+ Stadium seltener zu sein. In diesen Fällen kann eine lokale, limitierte Resektion erwogen werden. Voraussetzung hierfür ist aber ein korrektes Staging.