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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

MMP's, TIMP's, PIIINP und Hyaluronan bei Patientinnen mit Kapselfibrose nach kosmetischer Mammaaugmentation

Vortrag

  • presenting/speaker Dietmar Ulrich - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, Aachen, Deutschland
  • D. Repper - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, Aachen, Deutschland
  • A. Heitland - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, Aachen, Deutschland
  • F. Lichtenegger - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, Aachen, Deutschland
  • N. Pallua - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen, Aachen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0505

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch266.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Ulrich et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Matrix Metalloproteinasen (MMP`s) und ihre physiologischen Inhibitoren, die Tissue Inhibitors of Metalloproteinases (TIMP`s) spielen bei der Pathogenese verschiedener fibroproliferativer Erkrankungen eine Rolle. Die Entstehung einer ausgedehnten Kapselfibrose ist die schwerwiegendste Komplikation nach alloplastischer ästhetischer Brustaugmentation. Im Rahmen unserer Untersuchung wurden MMP-1, -2, -9, TIMP-1 und -2 im Serum und Gewebe von Patientinnen mit Kapselfibrose nach Augmentation mit TRILUCENT-Implantaten untersucht. Zudem wurden die Konzentrationen des aminoterminalen Propeptids von Prokollagen Typ III (PIIINP) und von Hyaluronan, die bei anderen fibroproliferativen Erkrankungen als Marker für das Ausmaß einer Gewebsfibrose eingesetzt werden, bestimmt und mit dem Grad der Kapselbildung in Beziehung gesetzt. Das Kapselgewebe wurde histologisch auf Entzündungszeichen und Fremdmaterial untersucht.

Material und Methoden

In die Studie wurden 17 Patientinnen (Durchschnittsalter 40 ± 12 Jahre) mit Kapselfibrose Baker Grad II (n=9), III (n=7) und IV (n=1) nach beidseitiger kosmetischer Mammaaugmentation eingeschlossen. Präoperativ erfolgte die Gewinnung von Serum zur Bestimmung von MMP-1, -2, -9, TIMP-1 und -2, PIIINP und Hyaluronan mittels ELISA. Intraoperativ wurde Kapselgewebe entnommen und die Faktoren nach der APAAP-Methode immunhistochemisch untersucht. 20 Patientinnen (Durchschnittsalter 37 ± 15 Jahre), die sich einer Mammareduktionsplastik unterzogen, dienten als Kontrollgruppe. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Wilcoxon-Test für Paardifferenzen und Spearman-Rangkorrelation. Die Signifikanz wurde auf dem 5%-Niveau berechnet.

Ergebnisse

Patientinnen mit Kapselfibrose zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant erhöhte TIMP-1 und -2 Konzentration im Serum, die mit dem Baker Grad korrelierte (r2=0,7 bzw. r2=0,65, p<0,05). MMP-2 war bei Patientinnen mit Kapselkontraktur signifikant erhöht, während MMP-1, -9 und PIIINP keine Konzentrationsunterschiede zeigten. Die Patientinnen mit Kapselfibrose wiesen ein signifikant erniedrigtes MMP:TIMP Verhältnis (1,1 ± 0,4) gegenüber der Kontrollgruppe auf (1,5 ± 0,4). Die Hyaluronan-Serumkonzentration war bei den Augmentationspatientinnen signifikant erhöht und korrelierte mit dem Baker Grad (r2=0,73). Immunhistochemisch zeigte sich im Kapselgewebe eine intensive Anreicherung für TIMP-1 und -2, während MMP-2 lediglich lokal eine Reaktion aufwies. PIIINP war gleichsam nachweisbar, MMP-1 hingegen nicht. Histologisch zeigte sich bei den Patientinnen eine ausgedehnte Entzündungsreaktion und lichtbrechendes Fremdmaterial im Kapselgewebe.

Schlussfolgerung

Das physiologische Gleichgewicht zwischen MMP`s und TIMP`s ist bei Patientinnen mit ausgedehnter Kapselfibrose gestört. Die erhöhte systemische Konzentration von TIMP`s kann bei der Entstehung einer Kapselfibrose nach alloplastischer kosmetischer Augmentation eine Rolle spielen. Die erhöhte systemische Konzentration von MMP-2 und die lokale immunhistochemische Darstellung sind als Reaktion auf die chronische Entzündungsreaktion zu sehen. Hyaluronan ist möglicherweise, im Gegensatz zu PIIINP, als prognostischer Marker zum frühzeitigen Erkennen einer Kapselfibrose geeignet.