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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Eine prospektiv randomisierte Studie an 100 Patienten mit Leberresektionen mit und ohne ischämischer Präkonditionierung

Vortrag

  • presenting/speaker Markus Selzner - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Zürich
  • H. Rüdiger - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Zürich
  • R. Graf - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Zürich
  • W. Jochum - Klinik für Pathologie, Universität Zürich
  • PA. Clavien - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Zürich

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0657

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch199.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Selzner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Ischämische Präkonditionierung ist eine neue Strategie zur Verhinderung von Ischämie/ Reperfusionsschäden der Leber. Zur Evaluierung des protektiven Effektes der Präkonditionierung beim Menschen führten wir eine prospektiv randomisierte Studie an 100 Patienten durch.

Material und Methoden

100 Patienten mit Leberresektionen (> Bisegmentektomien) mit einer Pringle-Zeit von mindestens 30 Minuten wurden randomisiert für ischämische Präkonditionierung (10 Minuten Ischämie und 10 Minuten Reperfusion) vor der eigentlichen verlängerten Ischämieschädigung oder für alleinige verlängerte Ischämie ohne Präkonditionierung. Uni- und multivariate Analysen wurden durchgeführt, um den Effekt der ischämischen Präkonditionierung zu bestimmen. ATP im Lebergewebe 30 Minuten nach Reperfusion wurde mittels Biolumniszenz quantifiziert.

Ergebnisse

Beide Gruppen (n= 50 jeweils) waren vergleichbar bezüglich Alter, Geschlecht, Dauer der Ischämieschädigung und des Resektionsvolumens. Postoperative Spitzen-GOT Werte waren signifikant niedrigen in Patienten mit ischämischer Präkonditionierung im vergleich zu Patienten mit alleiniger Ischämie (364 U/L vs 520 U/L; p= 0,028). Regressionsanalyse zeigte einen besonderen Schutz der Präkonditionierung für junge Patienten, Patienten mit längerer Ischämiezeit und geringerem Resektionsvolumen. Ebenso resultierte die Präkonditionierung in Patienten mit Steatose (> 25%) in einer besonders ausgeprägten Reduktion der postoperativen GOT-Werte (360 U/L vs 602 U/L, p= 0,049). Ischämische Präkonditionierung verbesserte die intrahepatischen ATP Spiegel in jungen jedoch nicht in alten (> 60 Jahre) Patienten.

Schlussfolgerung

Diese prospektive randomisierte Studie zeigt, dass ischämische Präkonditionierung der Leber zu einer signifikanten Reduktion des Reperfusionschadens führt. Präkonditionierung st besonders effektiv in jungen Patienten und Patienten mit einer Fettleber. Der Schutz der Präkonditionierung wird möglicherweise über eine Verbesserung der postoperativen ATP-Spiegel vermittelt.