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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Differentielle Expression von B7-2-Isoformen in antigenpräsentierenden Zellen

Poster

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  • presenting/speaker Renate Siebenhaar - Chirurgische Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • W. Hohenberger - Chirurgische Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen, Erlangen, Deutschland
  • C. Stremmel - Chirurgische Klinik mit Poliklinik der Universität Erlangen, Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0690

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch100.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Siebenhaar et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Interaktion zwischen dem T-Zellrezeptor auf der einen Seite und dem Haupthistokompatibilitätskomplex der antigenpräsentierenden Zelle (APC) auf der anderen Seite alleine genügt nicht, um die Immunantwort einer T-Zelle zu initiieren. Weitere costimulatorische Signale müssen hinzukommen, um beispielsweise eine Aktivierung cytotoxischer T-Zellen, die Tumorzellen abtöten sollen, zu gewährleisten. Hierbei spielt die Interaktion zwischen CD28 und CTLA-4 auf der T-Zelle und B7-1 (CD80) und B7-2 (CD86) auf den APCs eine große Rolle. B7-2 wirkt dabei meist aktivierend, es konnte aber auch eine inhibitorische Wirkung gezeigt werden. Eine Erklärung für diese unterschiedliche Wirkung von B7-2 könnte das Vorhandensein von Isoformen sein. In diesem Projekt sollten antigenpräsentierende Zellen auf die Expression von B7-2-Isoformen untersucht werden.

Material und Methoden

T- und B-Zellen wurden durch MACS-Sortierung aus Mausmilz, dendritische Zellen und Makrophagen durch kulturbedingte Differenzierung aus Mausknochenmark gewonnen. Die RNA wurde aus diesen APCs isoliert und mit spezifischer RT-PCR auf die Expression von B7-2 untersucht. Von den in der PCR nachgewiesenen und durch anschließende Sequenzierung bestätigten B7-2-Isoformen, wurden vier zur Klonierung und nachfolgenden Transfektion in eine T-Lymphomzelllinie ausgewählt. In Kostimulationsassays wurde die stimulative Wirkung der transfizierten B7-2-Isoformen auf T-Zellen untersucht.

Ergebnisse

Es konnten in der RT-PCR und anschließenden Sequenzierung fünf B7-2-Transkriptversionen nachgewiesen werden. Allen gemeinsam waren die Exons 6 - 11. Variationen gab es bei den Exons 1 - 5. Folgende Kombinationen traten auf: nur Exon 1, Exon 1 und 2, Exon 1, 2 und 3, nur Exon 4 oder nur Exon 5 zusammen mit den gemeinsamen Exons 6 - 11. Alle APCs hatten eine niedrige, aber variierende Expression der drei Isoformen mit Exon 1. Hohe Expression bei allen APCs zeigten die Isoformen mit Exon 4 oder 5. Ausnahme waren die Makrophagen, die bei der Isoform mit Exon 5 nur eine niedrige Expression zeigten. Drei der Isoformen hatten ein zusätzliches ATG im Leseraster mit dem Startcodon in Exon 6, was zu einer veränderten Signalsequenz führen könnte. Diese und eine Isoform ohne zusätzliches ATG wurden zur Transfektion von Mauslymphomzellen ausgewählt. Die transfizierten Isoformen hatten unterschiedliche, in der FACS-Färbung nachweisbare Expressionen. Niedrige Expression zeigten die Isoformen mit Exon 1, mittlere mit Exon 5, hohe mit Exon 4. Der Kostimulationsassay von transfizierten Zellen mit T-Zellen führte zu einer T-Zellproliferation, die mit der Höhe der Expression der B7-2-Isoformen korrelierte. Ebenso korrelierte diese mit der Ausschüttung von immunsuppressiv wirkendem IL-10.

Schlussfolgerung

Antigenpräsentierende Zellen (APCs) besitzen unterschiedliche B7-2-Transkriptversionen, die sie unterschiedlich stark an der Zelloberfläsche exprimieren. Dabei werden Transkriptversionen, die das Exon 1 beinhalten, in allen APCs niedrig und Isoformen mit Exon 4 oder 5 hoch exprimiert. Ausnahme sind die Makrophagen, die die Isoform mit Exon 5 nur niedrig exprimieren. Transfektion der B7-2-Isoformen in Mauslymphomzellen führt im Kostimulationsassay zur Proliferation der T-Zellen und Ausschüttung immunsuppressiven IL-10 in Korrelation mit der Expressionshöhe des B7-2 an der Zelloberfläche.