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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Einfluß von Immunsuppressiva auf die postoperative Komplikationsrate bei Colitis ulcerosa

Poster

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  • presenting/speaker Martin Utzig - Chirurgische Klinik I, Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • A.J. Kroesen - Chirurgische Klinik I, Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • H.J. Buhr - Chirurgische Klinik I, Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0323

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch096.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Utzig et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die immunsupprimierende Therapie der Colitis ulcerosa mit Glucocorticosteroiden ist ein signifikanter Risikofaktor für septische Komplikationen nach ileo-analer Pouchanlage. Der zunehmende Einsatz von zusätzlichen Immunsuppressiva (Azathioprin, Cyclosporin A, 6-MP, Methotrexat) lässt eine weitere Beeinflussung der Komplikationsrate vermuten. Die vorliegende Studie analysiert anhand des eigenen Patientengutes die Auswirkungen der zunehmenden Immunsuppression bei CU.

Material und Methoden

Online-Erfassung aller Patienten, die wegen einer Colitis ulcerosa zwischen 06/1995 und 06/2003 operativ behandelt wurden.

Ergebnisse

insgesamt wurden 299 Patienten behandelt (m:w 150:149, 41 Jahre). Häufigste Operationsindikationen waren therapierefraktärer Verlauf/medikamentöse Nebenwirkungen (71.2%), Karzinome/Epitheldysplasien (10.8%) und Blutungen/tox.Verlauf (5.0%). Der Anteil der immunsupprimierten Patienten nahm von 30% (1999) kontinuierlich auf 50% im Jahr 2003 zu. 96% der zusätzlich immunsupprimierten Patienten erhielten Azathioprin, 26% CyclosporinA und 15% Mercaptopurin. Weitere Immunsuppressiva waren Methotrexat, Tacrolimus (je 7%) und Cyclophosphamid (4%). Bei einer Patientin wurde eine Leukozyten-Apherese durchgeführt. 44% der immunsupprimierten Patienten erhielten mehrere (max. 3) Immunsuppressiva. Der postoperative Verlauf war in 29% komplikationslos. Bei 52% der immunsuppressierten Patienten traten Minor- Komplikationen auf. Dabei standen septische Komplikationen wie Wundheilungsstörungen (64%), konservativ beherrschbare Sakralhöhlen-Infekte (36%), Katheter-Infekte (21%) und Pneumonien (14%) im Vordergrund. 19% der Patienten mussten wegen einer pelvic sepsis revidiert werden. Insgesamt traten in 29% der Patienten Major-Komplikationen auf.

Schlussfolgerung

Die Verwendung zusätzlicher Immunsuppressiva führt zu einem deutlichen Anstieg der septischen Komplikationsrate in der operativen Therapie der Colitis ulcerosa.