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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

[18-F] FDG-PET zur Beurteilung des Wachstumsverhaltens von semimalignen Desmoidtumoren bei FAP Patienten

Vortrag

  • presenting/speaker Susann Holler - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
  • M. Schwarzbach - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
  • A. Tandara - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
  • M. Kadmon - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
  • S. Schüle - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
  • A. Dimitrakopoulou-Strauss - Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
  • G. Mechtersheimer - Pathologisches Institut der Universität Heidelberg
  • CH. Herfarth - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg
  • M.W. Büchler - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch0720

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch063.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Holler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Desmoide gelten als semimaligne Tumoren und stellen bei kolektomierten Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) die häufigste Todesursache dar. Das therapeutische Vorgehen hängt unter anderem von ihrer Wachtumsaktivität ab. Bisher gibt es kein diagnostisches Verfahren, das das Wachstumspotential eines Desmoids sicher vorhersagen kann. 18F-FDG-PET stellt ein funktionelles diagnostisches Verfahren dar, mit dem die Aggressivität von Weichgewebetumoren charakterisiert werden kann. Daher haben wir in ausgewählten Fällen eine semiquantitative 18F-FDG-PET Untersuchung eingesetzt und die Ergebnisse hinsichtlich der klinischen Relevanz analysiert.

Material und Methoden

Von 410 FAP-Patienten, die im Heidelberger Polyposis Register betreut werden, haben 66 Patienten Desmoide (16.1%). Bei 10 Patienten wurde eine 18F-FDG-PET eingesetzt. Zur Beurteilung der Lokalisation und der Wachstumsprogredienz wurden regelmässig MRT’s durchgeführt. Eine im Verlauf klinisch und radiologisch nachgewiesene Grössenprogredienz wurde mit den erhobenen PET-Daten verglichen.

Ergebnisse

Das mediane Follow-up betrug 36 Monate. Desmoidtumore bei 4 Patienten mit rascher Wachstumsprogression zeigten einen, gegenüber der Muskulatur deutlich erhöhten FDG-Uptake (Desmoid, 2,65 SUV med [1,7 - 4,9], Muskulatur 0,7 SUV med. [0,4 - 0,9], Gefäße 1,2 SUV [1,1 - 2,1]). Demgegenüber zeigte sich bei 3 Patienten mit größenkonstanten Läsionen kein nennenswerter Unterschied zur normalen Muskulatur. 2 Patienten wurden reseziert. Bei einem Patienten zeigte sich eine vermehrte FDG-Anreicherung und ein rasches Wachstum (Tumordurchmesser 10cm). Es zeigte sich histopathologisch ein aggressiv imponierendes Desmoid (infiltratives Wachstum in die Muskulatur, Mitosen). Beim anderen Patienten war das klinische Wachstum deutlich geringer ausgeprägt, die OP-Indikation basierte auf der günstigen Lokalisation in der Bauchwand. Die PET zeigte jedoch bei ähnlicher Histologie keine FDG Anreicherung im beschriebenen Desmoid entsprechend des klinischen Bildes.

Schlussfolgerung

Diese ersten Ergebnisse sprechen dafür, dass die 18F-FDG-PET Untersuchung zur biologischen Charakterisierung von semimalignen Desmoidtumoren geeignet ist. Zur Beurteilung einer möglichen klinischen Anwendbarkeit der PET bei FAP-Patienten ist eine systematische Untersuchung an einem grösseren Patientenkollektiv geplant.