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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Tumorspezifische zytotoxische T-Zellen im Knochenmark: therapeutisches Potential bei Pankreaskarzinompatienten?

Vortrag

  • presenting/speaker Friedrich H. Schmitz-Winnenthal - Universität Lausanne, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Lausanne, Schweiz; Universität Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • C. Volk - Universität Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • P. Beckhove - Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Abteilung für Zelluläre Immunologie, Heidelberg, Deutschland
  • V. Schirrmacher - Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Abteilung für Zelluläre Immunologie, Heidelberg, Deutschland
  • M.W. Büchler - Universität Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • K. Z'graggen - Universität Lausanne, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Lausanne, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1303

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch042.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Schmitz-Winnenthal et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Pankreaskarzinompatienten haben bis heute, trotz moderner radikaler Resektion eine schlechte Prognose. Neue (z.B. Immuntherapien) adjuvante Therapiekonzepte sind dringend notwendig, um die Prognose dieser Patienten zu verbessern. Das Immunsystem bildet bei Antigenkontakt spezifische Gedächtnis T-Zellen. Diese können bei erneutem Antigenkontakt zu Effektor T-Zellen werden und haben, bei verschiedenen Karzinomen (z.B. Mammakarzinom), therapeutisches Potential. In Patienten mit Pankreaskarzinom sind derartige Zellen bis heute nicht bekannt. In der vorliegenden Studie wurde die Existenz und Funktion solcher Zellen durch die Stimulation von T-Zellen aus dem Knochenmark mit autologen, tumorassoziierten Antigen-gepulsten dendritischen Zellen in Pankreaskarzinompatienten untersucht.

Material und Methoden

Bei 15 Pankreaskarzinompatienten wurde aus Knochenmarksaspirat die mononucleären Zellen (MC) isoliert und in einer 14-tägigen Kultur, Dendriten (DC) (GM-CSF-, IL-4-Stimulation) und T-Zellen (TC) (IL-2-, IL-4-, IL-7-Stimulation) aus CD 34+ Vorläuferzellen generiert. Anschließend wurden die DC mit autologem Proteinlysat des Tumorpräparates oder mit dem Proteinlysat von peripheren mononucleären Zellen (PBMC) (als Negativkontrolle) beladen und 48 Stunden auf einer IFN-γ gecoateten Elispot- Platte mit den generierten T-Zellen koinkubiert und die Anzahl der Spots (sezernierende Zellen) bestimmt. Die Funktionalität dieser Effektor T-Zellen wurde mit einem Zytotoxitätstest (51 Cr Release) evaluiert. Dabei wurde bestimmt in wieweit die entsprechenden stimulierten T-Zellen primärkultivierte autologe Tumorzellen abtöten können.

Ergebnisse

Die Stimulation von T-Zellen mit Tumorzelllysat- beladenen Dendriten führte im Elispot zu einer signifikant erhöhten Anzahl von IFN-γ sezernierenden Zellen im Vergleich zur Stimmulation mit PBMC-Lysat gepulsten Dendriten (p<0,05-p<0,01). Die tumorspezifische T-Zellfrequenz im Knochenmark war bei allen Patienten signifikant erhöht (49/105 bis zu 109/105). Im Zytotoxitätstest wurde nach Inkubation der Tumorzellen mit autologen T-Zellen signifikant mehr 51Cr im Überstand gemessen (p<0.05), wenn diese T-Zellen mit Tumorzelllysat gepulsten Dendriten vorstimuliert wurden.

Schlussfolgerung

Diese Daten zeigen, daß tumorspezifische zytotoxische T-Zellen aus dem Knochenmark von Pankreaskarzinompatienten generiert werden können. Diese T-Zellen sind nach Stimulation mit Tumorzelllysat gepulsten Dendriten fähig spezifisch autologe Tumorzellen der Patienten abzutöten. Anhand dieser Ergebnisse ist eine neues adjuvantes Therapiekonzept, durch Transplantation autologer, in vitro vorstimulierter Knochenmarks T-Zellen, denkbar.