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121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

27. bis 30.04.2004, Berlin

Langzeitverlauf der endokrinen Funktion nach einseitiger Adrenalektomie und kontralateral subtotaler Adrenalektomie oder bilateral subtotaler Adrenalektomie

Vortrag

  • presenting/speaker Achim Wolf - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Heinrich Heine Universität Düsseldorf
  • R. Fritzen - Medizinische Klinik und Poliklinik, Abteilung für Endokrinologie, Heinrich Heine Universität Düsseldorf
  • K. Cupisti - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Heinrich Heine Universität Düsseldorf
  • A. Raffel - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Heinrich Heine Universität Düsseldorf
  • H.D. Röher - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Heinrich Heine Universität Düsseldorf
  • K.M. Schulte - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 121. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 27.-30.04.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04dgch1195

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2004/04dgch006.shtml

Veröffentlicht: 7. Oktober 2004

© 2004 Wolf et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die beidseitige Adrenalektomie ist nur selten indiziert. Im eigenen Krankengut war diese Vorgehensweise bei ca 10% der Patienten mit Nebennierenerkrankungen erforderlich. Um eine dauerhafte Hormonsubstitution zu vermeiden kann bei vielen dieser Patienten zumindest einseitig eine subtotale Adrenalektomie erfolgen. Die Notwendigkeit der hormonellen Substitution und Rezidivhäufigkeit soll dargestellt werden.

Material und Methoden

Wir analysierten retrospektiv den Langzeitverlauf von 8 Patienten mit beidseitigen Nebennierentumoren bei denen zwischen 1996 und 2002 anstelle der beidseitigen Adrenalektomie, ein oder beidseitig Restgewebe belassen werden konnte. Voraussetzung hierfür ist über die V. suprarenalis drainiertes tumorfreies Gewebe. Es handelte sich um 4 Frauen und 4 Männer. Der Altersmittelwert lag bei 42 Jahren (27 bis 58) zum Zeitpunkt der Operation. Zugrunde liegende Erkrankung waren 5 beidseitige Phaeochromocytome, eine bilaterale Hyperplasie mit Cushing Symptomatik, ein beidseitiges cavernöses Haemangiom und einmal hormoninaktive Tumoren beidseits. Bei 4 Patienten bestand ein MEN II a- Syndrom. 6 Patienten wurden einseitig subtotal und total auf der Gegenseite operiert, 2 Patienten wurden beidseits subtotal reseziert. Das mittlere Follow- up beträgt 4,6 Jahre (1 - 7 Jahre).

Ergebnisse

Bei keinem Patienten kam es bis zum jetzigen Zeitpunkt zu einem Rezidiv. 5 Patienten kommen bei normalem Cortisolserumspiegel normalem ACTH und regelrechtem Anstieg des Serumcortisol im ACTH- Test ohne Hormonsubstitution aus. Hierunter sind beide subtotal beidseits resezierten Patienten.. Bei 3 Patienten ist eine Hormonsubstitution (2 x Fludrocortison und Hydrocortison, 1 x Hydrocortison alleine) erforderlich.

Schlussfolgerung

Bei der ein- oder beidseitigen partiellen Adrenalektomie beidseits operierter Patienten kann in den meisten Fällen auf eine Hormonsubstitution verzichtet, oder zumindest reduziert substituiert werden. Eine Stressadaptation scheint durch Gabe von Einzeldosen in einigen Fällen sinnvoll. Im Gegensatz dazu ist die Stressadaptation bei beidseits adrenalektomierten Patienten dauerhaft schlecht und die Hormonsubstitution häufig schwierig. Unsere Langzeitbeobachtung stützt die Vermutung, dass dem Belassen von Nebennierenrestgewebe bei beidseitiger Nebennierenoperation wegen der besseren klinischen Kompensation der Vorzug zu geben ist.