gms | German Medical Science

30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012)

11.01. - 14.01.2012, Nassfeld, Österreich

Staphylococcal Scalded Skin Syndrom (SSSS) – Eine innovative Behandlungsmethode einer altbekannten Erkrankung

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author E. Müller - Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz, Medizinische Universität
  • M. Trop - Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz, Medizinische Universität

Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012). Nassfeld, Österreich, 11.-14.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dav17

DOI: 10.3205/12dav17, URN: urn:nbn:de:0183-12dav170

Veröffentlicht: 7. August 2012

© 2012 Müller et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Das heute als Staphylococcal Scalded Skin Syndrom (SSSS) bekannte Krankheitsbild, wurde erstmals 1878 von Baron Gottfried Ritter von Rittershain unter dem Namen ‚Exfoliative Dermatitis jüngerer Säuglinge’ beschrieben. Die Erkrankung, ausgelöst durch Staphylokokkus aureus Toxine, geht mit einer Bildung von oberflächlichen fragilen Blasen der Haut einher. Diese hinterlassen, ähnlich einer Brandverletzung, große Wundflächen.

Wir berichten über einen Buben mit multiplen congenitalen Malformationen, der im Alter von 14 Monaten, auf dem Boden einer persistierenden Windeldermatitis ein generalisiertes SSSS entwickelte. Beginnend im Gesicht breiteten sich Erythem und Blasen rasch aus. Nach 36 Stunden waren 90 Prozent der Körperoberfläche betroffen. Nach Transfer des Patienten an unsere Brandverletzteneinheit wurde in Analgosedierung die abgelöste Haut entfernt und die gereinigten Wunden mit Suprathel® (PolyMedics Innovations GmbH, Denkendorf, Deutschland), einem alloplastischen, resorbierbaren Hautersatz mit primär hoher O2 und H2O Dampfpermeabilität, der erfolgreich bei oberflächlich- und tiefdermalen Verbrennungen angewandt wird, gedeckt. Zusätzlich wurde ein Ganzkörperverband angelegt. Nach fünf Tagen waren alle Läsionen narbenfrei abgeheilt. Sieben Tage nach den ersten klinischen Zeichen von SSSS konnte der Patient die Brandverletztenstation verlassen. Einmal aufgebracht verringert Suprathel® Schmerzen, bietet Schutz vor sekundären Infektionen und verhindert Hypothermie und Flüssigkeitsverslust. Da schmerzhafte Verbandswechsel nicht notwendig sind, wird die Behandlung des Patienten wesentlich erleichtert.

Die großen Ansprüche, die diese Erkrankung an Ärzte und Pflegepersonal stellt, sind nicht zu unterschätzen, deshalb gibt es einen breiten Konsens, dass diese Patienten besser in Verbrennungszentren behandelt werden sollten.