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29. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2011)

12.01. - 15.01.2011, Grindelwald, Schweiz

Immunologische Verläufe bei der Sepsisentstehung nach Verbrennungstrauma – Interleukin-10 ein neuer prognostischer Marker für die Patientenmortalität?

Meeting Abstract

  • R. J. Eppstein - Universitätsklinikum Aachen, Aachen
  • J. P. Stromps - Universitätsklinikum Aachen, Aachen
  • S. Aengeneyndt - Universitätsklinikum Aachen, Aachen
  • C. V. Suschek - Universitätsklinikum Aachen, Aachen
  • N. Pallua - Universitätsklinikum Aachen, Aachen

DAV 2011. 29. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Grindelwald, Schweiz, 12.-15.01.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dav07

DOI: 10.3205/11dav07, URN: urn:nbn:de:0183-11dav072

Veröffentlicht: 21. Juni 2011

© 2011 Eppstein et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Durch die Fortschritte in der Behandlung von Verbrennungspatienten konnte die Mortalität nach thermischem Trauma in der Vergangenheit deutlich reduziert werden. Neben dem Ausmaß der verbrannten Körperoberfläche (VKOF), dem Patientenalter und einem zusätzlichen Inhalationstrauma ist die Entwicklung einer Sepsis einer der entscheidenden Faktoren hinsichtlich der Mortalität nach einem Verbrennungstrauma. Innerhalb der letzten Jahrzehnte konnten die immunologischen Reaktionen nach einem thermischen Trauma in Hinblick auf die beteiligten Mediatorsubstanzen zunehmend aufgeklärt werden. Die zeitlichen Verläufe und Interaktionen von Interleukinen, Lymphokine und weiteren Entzündungsmediatoren, die nach einem thermischen Trauma zu einem Systemic Inflammatory Response Syndrome (SIRS) und einer Sepsis führen können, sind derzeit jedoch noch nicht ausreichend geklärt.

Methoden: Innerhalb der letzten 6 Monate wurden 28 Patienten (n=28) untersucht, die nach einem thermischen Trauma in unserem Verbrennungszentrum aufgenommen wurden. Einschlusskriterien für diese klinische Studie waren eine IIa- bis III-gradige Verbrennung von mehr als 10% der Körperoberfläche sowie ein Lebensalter >18 Jahren. Ein weiteres entscheidendes Kriterium war, dass zwischen dem Trauma und der ersten Blutserumentnahme (Zeitpunkt 0h) nicht mehr als eine Stunde vergangen sein durfte. Es erfolgten insgesamt 10 Blutserumentnahmen: nach 0, 3, 6, 9, 18, 24 Stunden nach Aufnahme in unserer Klinik sowie am 2., 5. und 7. Tag. Mittels ELISA-Technik wurden in Serumproben die Verläufe der folgenden immunologischen Faktoren bestimmt: IL-1•, IFN-•, TNF-•, IL-10, HSP 60 und HSP 70. Zusätzlich erfolgten eine photometrische Nitratmessung zur NO-Bestimmung sowie eine Gesamtproteinbestimmung. Die Diagnose einer Sepsis richtete sich nach den ABA-Kriterien von 2007.

Resultate: Von den bisher 28 untersuchten Patienten starben sieben Patienten (n=7). Im Vergleich zu den anderen Patienten zeigte sich hier ein statistisch signifikanter Unterschied im Verlauf des IL-10 im Blutserum. Nach zunächst sehr hohen IL-10 Serumwerten kam es bei diesen Patienten zu einem drastischen Abfall des IL-10 innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem thermischen Trauma. Diese Beobachtung deckt sich mit anderen aktuellen klinischen Studien, die die Serumkonzentration von IL-10 als prognostischen Marker in Hinblick auf die Mortalität beschreiben.

Schlussfolgerung: Anhand der bisherigen Ergebnisse stellen wir die immunologischen Verläufe der seither untersuchten Patienten vor und diskutieren die Rolle von IL-10 als prognostischen Marker für die Patientenmortalität nach einem Verbrennungstrauma.