gms | German Medical Science

29. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2011)

12.01. - 15.01.2011, Grindelwald, Schweiz

Hypermetabolismus und Katabolismus bei schwerverbrannten Kindern: Neue Ansätze in der pharmakologischen Akut- und Langzeitbehandlung

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • K. Branski - Shriners Hospital for Children and University of Texas Medical Branch, Galveston, Texas, USA
  • M. G. Jeschke - Shriners Hospital for Children and University of Texas Medical Branch, Galveston, Texas, USA; Ross Tilley Burn Centre, Sunnybrook Health Sciences Centre, University of Toronto, Canada
  • D. N. Herndon - Shriners Hospital for Children and University of Texas Medical Branch, Galveston, Texas, USA

DAV 2011. 29. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Grindelwald, Schweiz, 12.-15.01.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dav02

DOI: 10.3205/11dav02, URN: urn:nbn:de:0183-11dav029

Veröffentlicht: 21. Juni 2011

© 2011 Branski et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Schwere Brandverletzungen sind von einem ausgeprägten Hypermetabolischen und einer katabolen Stoffwechsellage begleitet, die proportional zur Größe der Brandverletzung sind und über zwei Jahre andauern. Der Hypermetabolismus ist gekennzeichnet durch einen Anstieg des Herzzeitvolumens und der Stoffwechselrate, einer drastischen Erhöhung des Energiebedarfs, einem Abbau von Proteinen und Knochen, der Insulinresistenz, und schließlich dem Anstieg von Infektion und Wundheilungsstörungen. Die Messung von Proteinsyntheseraten und Muskelmetabolismus zeigt, dass der Hypermetabolismus und Abbau von Muskelproteinen noch über 12 Monate nach Abschluss der Wundheilung andauert. Knochenwachstum ist auch 2 Jahre nach Brandverletzung fast nicht vorhanden, mit einem Verlust an Knochenmineralisierung, -masse und Osteopenie. Anabole Steroidhormone (Oxandrolon), Wachstumshormone und -analoga (Wachstumshormon, IGF-1) können diese Entwicklung teilweise aufhalten und zu einem Anstieg von Wachstum und Muskelmasse, sowie einer erhöhten Produktion von hepatischen Proteinen führen. Katecholamin-Antagonisten wie z.B. Propranolol sind in den letzten Jahren als Modulator des verbrennungsassoziierten Hypermetabolismus eingesetzt worden. Die Beta-Blocker führen zu einer Erhöhung der Wundheilungsrate, Verminderung des Herzarbeit und des Energiebedarfs, und einer Umkehrung des Muskelkatabolismus. Hyperglykämie und Insulinresistenz führen bei schwerverbrannten Patienten ebenfalls zu einer Erhöhung des Muskelkatabolismus und erhöhter Morbidität und Mortalität, was zur Einführung von Normoglykämie-Protokollen geführt hat. Die Reduktion des Energieumsatzes und die Erhöhung der mitochondrialen Oxidationskapazität sind mögliche Mechanismen, die zur Verbesserung des Outcome führen; Intensivierte Insulintherapie, Inkretinmimetika (Exenatid) und Metformin werden derzeit in kontrollierten klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit überprüft. Insgesamt gibt es in den letzten Jahren neue und vielversprechende Ansätze in der pharmakologischen Unterstützung der Behandlung von schwerverbrannten Patienten, sowohl in der Akutphase als auch in der Langzeitbehandlung.