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28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2010)

13.01. bis 16.01.2010, Schladming, Österreich

Das Paulinchen-Seminar – Ergebnisse aus 16 Burn Camps

Meeting Abstract

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  • corresponding author Adelheid Gottwald - Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V., Ratingen, Deutschland

DAV 2010. 28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Schladming, Österreich, 13.-16.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dav59

DOI: 10.3205/10dav59, URN: urn:nbn:de:0183-10dav590

Veröffentlicht: 30. Juni 2010

© 2010 Gottwald.
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Gliederung

Text

Einleitung: Kinder verunglücken in verschiedenen Altersstufen, jedes Entwicklungsstadium lässt unterschiedliche Probleme entstehen. Um den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, andere brandverletzte Kinder kennen zu lernen und den Eltern bei Fragen zur Rehabilitation sowie bei langfristigen Korrekturplanungen zu helfen, veranstaltet Paulinchen e.V. seit 1996 jährliche Burn Camps für Familien mit brandverletzten Kindern, die Paulinchen-Seminare. Ein Expertenteam steht für die Fragen und Sorgen der Familien bereit.

Das Paulinchen-Seminar: In einem heilpädagogisch geleiteten Kinderprogramm erleben die brandverletzten Kinder und Jugendlichen ein spielerisches Aufarbeiten der erfahrenen Schmerzen und Ängste. Sie lernen andere brandverletzte Kinder und Jugendliche in gleicher Situation kennen, können Erfahrungen austauschen und durch geschickte Anregung von Seiten der Therapeuten mehr Vertrauen in noch anstehende Therapiemaßnahmen gewinnen.

Die Eltern haben die Möglichkeit, alle Fragen zur thermischen Verletzung des Kindes, wie zu Korrekturmöglichkeiten, zur Kompression, zur Ergotherapie und Krankengymnastik mit den Experten zu klären. Ein Vortrag über „Möglichkeiten und Grenzen von Korrekturoperationen nach thermischen Verletzungen im Kindesalter“ rundet den medizinischen Teil des Seminars ab und gibt hilfreiche Informationen. Das gesamte Burn Camp ist psychologisch und seelsorgerisch begleitet. Ein Vortrag zu Themen wie „Angst“ oder „Schuldgefühle“ und nach Absprache Gesprächskreise und Einzelgespräche gehören zum psychologischen Angebot für die Eltern.

Jedes Paulinchen-Seminar wird mit Zusatzangeboten speziell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Teilnehmer zugeschnitten, so werden z.B. Narbenmassage und die Camouflage-Technik gezeigt.

Ergebnisse: Ausgewertet wurden 16 Burn Camps, an denen insgesamt 333 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren mit ihren Eltern teilgenommen haben. 19% der Kinder wurden trotz Indikation nicht in Spezialkliniken behandelt. 70% kommen im Unfalljahr oder im Jahr danach zum Paulinchen-Seminar. 48% der Teilnehmer hatten Verbrühungen und 52% Verbrennungen erlitten. 72 Kinder hatten mehr als 30% verbrannter Körperoberfläche. 73% der Familien freuen sich auf den Erfarhungsaustausch und 67% wünschen sich Informationen zu Korrekturmöglichkeiten.

Schlussfolgerung: Das Paulinchen-Seminar ist zu einem wichtigen Baustein in der Rehabilitationsphase brandverletzter Kinder und Jugendlicher und ihrer Familien geworden. Die Frage nach Korrekturmöglichkeiten in der Zukunft und der Wunsch nach Erfahrungsaustausch stehen für die Familien im Vordergrund. Über 300 Familien haben bisher an den Paulinchen Burn Camps teilgenommen. Wertvolle Informationen wurden von den Experten an die Familien weiter gegeben, Erfahrungen wurden ausgetauscht, Freundschaften sind entstanden, Kinder konnten in spezialisierte Hände gelangen und Kraft und Mut für noch bevorstehende Therapiemaßnahmen sammeln.