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28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2010)

13.01. bis 16.01.2010, Schladming, Österreich

Zusammenfassung der Paulinchen-Umfrage zur Rehabilitation schwerbrandverletzter Kinder und Jugendlicher

Meeting Abstract

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  • corresponding author Adelheid Gottwald - Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V., Ratingen, Deutschland

DAV 2010. 28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Schladming, Österreich, 13.-16.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dav58

DOI: 10.3205/10dav58, URN: urn:nbn:de:0183-10dav585

Veröffentlicht: 30. Juni 2010

© 2010 Gottwald.
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Gliederung

Text

Einleitung: Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V. wird häufig von Kliniken nach geeigneten Rehabilitationsmöglichkeiten für schwerbrandverletzte Kinder gefragt. Es gibt in Deutschland keine Reha-Klinik oder -Abteilung, die ausschließlich schwerbrandverletzte Kinder und Jugendliche rehabilitiert. Rückmeldungen über Reha-Maßnahmen erhält Paulinchen e.V. sowohl von Kliniken, die Kinder in Reha-Einrichtungen überwiesen haben, als auch von Eltern, die mit ihren Kindern eine stationäre Reha-Maßnahme durchgeführt haben. In einer Umfrage sind wir den Fragen nachgegangen, wie viele brandverletzte Kinder und Jugendliche in Deutschland pro Jahr eine stationäre Reha-Maßnahme antreten, wohin diese Kinder überwiesen werden, ob Kontakt zwischen den behandelnden Kliniken vor Übernahme der Kinder besteht und ob das Therapievolumen aus der erstbehandelnden Klinik in der Reha-Klinik übernommen wird.

Material und Methode: Es wurden 43 Kliniken, die Schwerbrandverletzte behandeln, mittels eines Fragebogens nach den Zahlen von 2006 und 2007 befragt. 24 dieser Kliniken haben uns schwerbrandverletzte Kinder und Jugendliche (von 0 bis 18 Jahren) gemeldet und wurden ausgewertet. Außerdem wurden mit einem gesonderten Fragebogen 6 Reha-Kliniken befragt, 5 Kliniken haben geantwortet und wurden ausgewertet.

Ergebnisse: Von insgesamt 1.197 schwerbrandverletzten Kindern und Jugendlichen 2006 und 1350 im Jahre 2007, die in spezialisierten Zentren/Abteilungen behandelt wurden, haben 41/2006 und 39/2007 eine stationäre Reha-Maßnahme angetreten. Wir ermittelten 35 Reha-Plätze für brandverletzte Kinder und Jugendliche in 14 verschiedenen Reha-Kliniken. Nur 4 der spezialisierten Zentren halten das bestehende Angebot für ausreichend. 21 Kliniken wünschen sich eine Rehabilitationsklinik/-Abteilung speziell für schwerbrandverletzte Kinder. Nur 5 der Spezialkliniken geben an, dass das Therapievolumen aus der Spezialklinik in der Reha-Klinik übernommen wird. Drei Reha-Kliniken geben an, dass sie den Therapiebedarf vor Übernahme des Kindes mit der Spezialklinik absprechen, eine Reha-Klinik entscheidet das individuell und eine macht das nur in Ausnahmefällen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Rehabilitation schwerbrandverletzter Kinder und Jugendlicher muss kindgerecht und altersentsprechend erfolgen. Es ist nicht sinnvoll, dass sich ca. 40 brandverletzte Kinder jährlich auf 14 verschiedene Reha-Kliniken verteilen. Das Therapievolumen in der Reha-Klinik muss bei brandverletzten Kindern in jedem Fall höher sein, als es ambulant zu organisieren ist. Es muss Kommunikation zwischen der Spezialklinik und der Reha-Klinik vor Übernahme der Kinder und während des Aufenthaltes stattfinden. Anstelle neue Reha-Möglichkeiten zu akquirieren, sollte man sich auf einige wenige Reha-Kliniken einigen, die ein gutes Rehabilitationskonzept für brandverletzte Kinder und Jugendliche vorweisen können. Diese Empfehlungen sollten allen Spezialkliniken zugänglich gemacht werden.