gms | German Medical Science

28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2010)

13.01. bis 16.01.2010, Schladming, Österreich

Erfahrungen von Brandverletzten im Umgang mit der Kompressionsware

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

DAV 2010. 28. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Schladming, Österreich, 13.-16.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dav46

DOI: 10.3205/10dav46, URN: urn:nbn:de:0183-10dav462

Veröffentlicht: 30. Juni 2010

© 2010 Krause-Wloch.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Tiefgradige Verbrennungen und Verbrühungen und die damit verbundenen Hauttransplantationen gehen oft mit Narbenbildung daher. Um sie zu vermeiden ist das Tragen entsprechender Kompressionskleidung erforderlich.

Diese Narbentherapie wirft oft Fragen für den Patienten aber auch für dessen Angehörige auf. Unsicherheit erschwert die Akzeptanz und den Umgang mit der notwendigen Kompressionware.

Der Bundesverband für Brandverletzte ist von Dr. M. Steen, Mitglied unseres wissenschaftlichen Beirats und Ausrichter der DAV 2010, aufgefordert worden eine Umfrage bei Brandverletzten zum Umgang und den Erfahrungen mit Kompressionsware durchzuführen.

Die Beteiligung schien zunächst gut zu sein, relativierte sich dann auf ca. 20%.

Es galt 19 Fragen zu beantworten mit einigen erstaunlichen Ergebnissen. Brandverletzte erhalten die Kompressionsware überwiegend durch die Verbrennungszentren und sie wird unterschiedlich lange getragen.

Im Ergebnis ergaben sich die interessantesten Antworten bei den Tipps zum Anziehen und den Wünschen:

Probleme beim Anziehen ergaben sich durch

  • die Unbeweglichkeit der Jacke,
  • zu steife Kleidung,
  • Wundauflagen die schwer zu positionieren waren,
  • Schürfwunden wegen empfindlicher Haut
  • und fehlender Kraft.

Wobei letzteres erklärlich ist, die ersten vier Angaben zum Nachdenken anregen.

Folgende Wünsche sind geäußerst worden:

  • Das Pflegepersonal und Therapeuten sollten in Sachen Kompressionsware besser geschult werden, um es den Patienten vermitteln zu können, auch mal selbst Kompression anziehen.
  • Professionelle Beratung
  • Kliniken sollten besser informiert sein über die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Hersteller

Und in Bezug auf das Material gibt es folgende Wünsche:

  • Bessere Atmungsaktivität und Luftdurchlässigkeit
  • Das Brustteil der Jacke könnte optisch ansprechender gefertigt werden (Nähte, Polster)
  • Reißverschlüsse sollten stabiler sein, haltbareres Material,
  • Kompressionsware sollte entsprechend der Jahreszeit unterschiedliche sein (Sommer und Winter)
  • Häufiger und direkter Patientenkontakt um die Passform zu optimieren.

Außerdem wünschen sie sich mehr Erfolg bei der Verringerung der Narbenbildung.

Aus diesen Vorschlägen können sowohl das Behandlungsteam, als auch die Firmen etwas lernen.