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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Clinical Utility and Economic Impact of Introducing a Bowel Management System

Meeting Abstract

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  • B. C. Friedmann - Joseph M. Still Burn Center, Doctors Hospital, Augusta, Georgia, USA
  • J. Echols - Joseph M. Still Burn Center, Doctors Hospital, Augusta, Georgia, USA

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav76

DOI: 10.3205/09dav76, URN: urn:nbn:de:0183-09dav766

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Friedmann et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Für Patienten mit schweren Brandverletzungen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, v.a. der Brandwunde sowie der Harnwege. Durch eine lange Bettlägerigkeit wird die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Wunden oder ihre Harnwege mit Pathogenen aus dem Stuhl kontaminiert werden, erhöht.

Material: Zassi Stuhlmanagement System (SMS). Ein für Intensivstationen entwickelter, latexfreier Darmdauerkatheter.

Hygienische und unkomplizierte Ableitung von (infektiösem) Stuhl in ein geschlossenes System.

Reduktion des externen Kontakts von Stuhl mit der Haut und Erleichterung des Stuhlauffangs. Möglichkeit der Stuhlmodifikation, Spülung/Irrigation des Darms, eine rektale Medikamentengabe sowie hygienische Probenentnahme des Stuhls.

Methode: Retrospektive Überprüfung hinsichtlich Harnwegsinfekten (UTI) und Weichteilinfektionen (SSTI) vor und nach Einführung des SMS – Vergleich mit Kontrollgruppe. Betrachtete Kriterien: Geschlecht, Alter, Krankenhausaufenthalt, Beatmungstage, Verbrennungsgrad, Verbrennungslokalisierung.

Ergebnisse: Identifikation von jew. 106 Patienten (SMS und Kontrollgruppe). Nach Einführung des SMS entwickelte eine signifikant geringere Anzahl an Patienten eine SSTI/UTI SSTI UTI SMS-Patienten 19,8% (p ≤ 0,01) 14,2% (p ≤ 0,05) Kontrollgruppe 46,2% 27,4% Zusätzlich wurde eine Einsparung von 11.845 US Dollar pro mit SMS behandeltem Patient festgestellt.

Diskussion: Ziel der Untersuchung war es, den klinischen Nutzen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Einführung eines Stuhlmanagement Systems als Teil eines proaktiven Darmmanagement Programms für Patienten mit schweren Brandverletzungen, die über einen längeren Zeitraum bettlägerig sind, zu untersuchen.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie lassen die Vermutung zu, dass die proaktive Verwendung eines SMS ein wirkungsvolles Mittel ist, um UTI und SSTI bei Patienten mit schweren Brandverletzungen zu verhindern. Seine Verwendung erwies sich auch im Vergleich zur reaktiven Reinigung bei einer Verschmutzung mit Fäkalien als kosteneffizient. Hauptsächlich ergaben sich die Kosteneinsparungen durch das Wegfallen von unplanmäßigen Wäsche- und Verbandswechseln.