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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Letaler Verlauf einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT) bei einem nicht thrombozytopenen Patienten mit toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN): Ist eine HIT immer noch eine HIT?

Meeting Abstract

  • M. N. Busche - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • T. Peters - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • K. Knobloch - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • K. Busch - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • H. A. Adams - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • P. M. Vogt - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • H. O. Rennekampff - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav75

DOI: 10.3205/09dav75, URN: urn:nbn:de:0183-09dav753

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Busche et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Die Definition der Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT) ist im Laufe der Zeit verändert worden, aber für alle Definitionen ist eine Thrombozytopenie Grundvorraussetzung. Während eine HIT ursprüngliche über eine absolute Thrombozytopenie mit einem Abfall der Thrombozyten unter 150 x Tsd/ µL definiert wurde, reicht seit 2003 für eine HIT nach einer Anpassung der Definition ein relativer Abfall der Thrombozytenzahl um 50%. Die routinemäßige Kontrolle der Thrombozytenzahl gilt als Standard des Screenings für HIT.

Fall: Wir präsentieren den Fall eines 26-jährigen männlichen Patienten, der nach dem Abklingen einer toxisch epidermalen Nekrolyse (TEN) Symptome einer plötzlichen, massiven und schließlich letalen HIT entwickelte, ohne dass er zum Zeitpunkt der klinischen Manifestation oder der serologischen Bestätigung der HIT thrombozytopen war.

Diskussion/Schlussfolgerung: Obwohl in der Literatur bereits vereinzelt von Fällen mit HIT ohne signifikante Thrombozytopenie berichtet wurde, wenn auch nicht in der dramatischen Ausprägung wie in unserem Fall, ist die Definition der HIT nach 2003 nie wieder modifiziert worden. Unser Fall zeigt, dass das Vorliegen einer HIT beim intensivpflichtigen Patienten auch derzeit noch letal enden kann. Zurzeit wird spezifische Diagnostik für HIT nur bei akutem klinischen Verdacht und/oder Thrombozytopenie, bzw. einem Abfall der Thrombozytenzahl um 50% vom Peakwert empfohlen.

Es wird diskutiert, dass die routinemäßige Kontrolle der Thrombozytenzahl als Screening für HIT unter Umständen nicht ausreicht, um HIT frühzeitig genug zu erkennen und dass ein routinemäßiges Screening nach HIT-Antikörpern beim intensivpflichtigen Patienten erforderlich sein kann, um die Morbidität und Mortalität der HIT auf der Intensivstation zu senken.